Alfred Kärcher und Leitbetriebe Austria luden am 30. September 2026 zum Expertentalk „Robotik zwischen Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit“. Dabei schilderten Vertreter von Flughafen Wien, NOVOMATIC, Der Mann und Markas, wie Roboter in ihren Betrieben die Belegschaft unterstützen, anstatt Stellen zu ersetzen. Das Ergebnis: weniger anfängliche Skepsis, wenn Schulungen und klare Kommunikation von Anfang an mitgeplant werden.
- Fachkräftemangel, Effizienz und Arbeitssicherheit treiben den Robotik-Einsatz in Betrieben an.
- Vier Leitbetriebe berichteten offen über anfängliche Skepsis bei Mitarbeitenden.
- Schulungen, angepasste Stellenbeschreibungen und klare Kommunikation gelten als Erfolgsfaktoren.
- Sensorik, Sicherheitszertifizierungen und externe Prüfungen sichern den autonomen Betrieb ab.
Warum sich Unternehmen überhaupt für Robotik entscheiden
Laut Dr. Frank Fuchs gehört der Fachkräftemangel zu den wesentlichen Treibern für den Einsatz von Robotern in Betrieben. Daneben nennt er Effizienz, Qualität und Arbeitssicherheit als zentrale Gründe. Repetitive und gut planbare Tätigkeiten lassen sich demnach gut an Roboter übergeben, während Menschen sich auf komplexere Aufgaben konzentrieren.
Was sprach gegen den Einsatz von Robotern?
Beim Expertentalk berichteten die Vertreter von Flughafen Wien, NOVOMATIC, Der Mann und Markas übereinstimmend, dass vor allem die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz zu Beginn für Zurückhaltung in der Belegschaft sorgte. Hinzu kamen technische Hürden: Nicht jeder Aufzug lässt sich automatisch von Robotern nutzen, da die Systeme je nach Hersteller unterschiedlich arbeiten. Alarmanlagen mussten teils eigens umprogrammiert werden, damit Roboter nachts autonom unterwegs sein können. Sensorik und Sicherheitszertifizierungen sowie externe Prüfungen sollen einen sicheren Betrieb der autonomen Systeme gewährleisten.
Wie real diese Effizienzgewinne inzwischen sind, zeigt ein Blick auf die Reinigungstechnik: Auf der LogiMAT 2026 in Stuttgart stellte der Hersteller Nilfisk autonome Scheuersaugmaschinen vor, die bis zu 27 % energieeffizienter arbeiten und den Wasserverbrauch um 40 % senken als frühere Modelle. Das Beispiel zeigt, wie eng Effizienz und Nachhaltigkeit beim Robotikeinsatz inzwischen zusammenhängen.
Wie Kärcher und die Leitbetriebe die Einführung umsetzten
Ann-Christin Döding betonte, dass Mitarbeiterschulungen zentral für den Erfolg der Robotik-Einführung sind. Angepasste Stellenbeschreibungen und eine frühzeitige Beteiligung der Belegschaft gehörten demnach ebenso dazu wie eine klare Kommunikation über die tatsächliche Rolle der Technologie im Betrieb. Nicht die Technik allein entschied über die Akzeptanz, sondern wie früh und offen Unternehmen ihre Beschäftigten einbanden.
Was andere Unternehmen aus dem Expertentalk lernen können
Für den Blick nach vorn nannte Dr. Frank Fuchs Sprachsteuerung als zentralen Entwicklungsschritt der künstlichen Intelligenz für Robotik. Lernende Systeme und vorausschauende Wartung, sogenannte Predictive Maintenance, gelten laut seinen Angaben als nächste Stufe der Entwicklung.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.