Eine Auswertung von Gesundheitsdaten der südkoreanischen Krankenversicherung legt einen Zusammenhang zwischen Alkohol und Arthrose nahe: Unter mehr als 1,2 Millionen Erwachsenen ab 40 Jahren, die zu Beginn der Untersuchung noch nicht an Arthrose erkrankt waren, nahm die Zahl neuer Diagnosen mit steigendem Alkoholkonsum merklich zu. Die Beobachtung lief im Schnitt knapp zehn Jahre.
Schon bei geringem Konsum zeigte sich ein erhöhtes Risiko, bei starkem Konsum war der Unterschied zu Abstinenzlern besonders groß.
Starker Alkoholkonsum erhöht das Arthroserisiko um 18,6 Prozent
Bei Menschen mit geringem Alkoholkonsum lag die Rate neuer Arthrosediagnosen um 3,7 % höher als bei Menschen, die keinen Alkohol trinken. Bei mäßigem Konsum stieg der Unterschied auf 8,1 %, bei starkem Konsum war der Anstieg nahezu ein Fünftel gegenüber Abstinenzlern.
Die Studienautoren werteten die Daten nach Konsummenge aus und fanden damit einen klaren Trend: Je mehr Alkohol, desto häufiger die Diagnose.
Schon geringe Mengen wirken bei Frauen anders als bei Männern
Bei Frauen reichte bereits ein geringer Konsum von unter 10 Gramm reinem Alkohol täglich für ein um 6,3 % erhöhtes Arthroserisiko. Männer zeigten bei niedrigem Konsum hingegen keine messbare Risikoerhöhung.
Das deutet laut den Studienautoren darauf hin, dass Frauen empfindlicher auf Alkohol reagieren als Männer – zumindest mit Blick auf die Gelenke.
Was als starker Konsum gilt
Die Forscher setzten die Schwelle für starken Konsum bei täglich mindestens 30 Gramm reinem Alkohol für Männer und mindestens 20 Gramm für Frauen an. Zum Vergleich:
- Ein Glas Wein (150 ml, 12 Volumenprozent) enthält etwa 14 Gramm reinen Alkohol.
- Eine Flasche Bier (500 ml, 5 Volumenprozent) enthält etwa 20 Gramm reinen Alkohol.
- Bis August 2024 empfahl die Deutsche Gesellschaft für Ernährung maximal 20 Gramm täglich für Männer und 10 Gramm für Frauen.
- Seither hat die Fachgesellschaft ihre Richtlinie geändert und rät, möglichst ganz auf Alkohol zu verzichten, weil es keine risikofreie Menge gebe.
Was die Studie nicht beweist – und was Leser beachten sollten
Die Studie zeigt laut den Studienautoren nur einen Zusammenhang, keinen Beweis dafür, dass Alkohol die Arthrose direkt auslöst. Zudem wurde der Konsum über Selbstauskünfte der Teilnehmer erfasst, die ungenau ausfallen können.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.