Benedikt Zacherl (52) übernimmt die Geschäftsführung von café+co Österreich und leitet das Unternehmen künftig gemeinsam mit Christian Pirklbauer. Damit entscheidet sich café+co bewusst gegen eine einzelne Führungsspitze. Täglich versorgt das Unternehmen in Österreich rund 10.000 Kunden über etwa 20.000 Automaten.
Die Doppelspitze trifft auf ein Unternehmen, das zu den größten Anbietern von Automatenverpflegung im Land zählt. Wie groß das Tagesgeschäft tatsächlich ist, zeigt ein Blick auf die Kennzahlen.
- Rund 81.000 Heißgetränke und 18.000 Kaltgetränke liefert café+co täglich über Automaten in Österreich aus.
- Dazu kommen täglich etwa 5.700 Snacks aus den Automaten.
- Rund 600 Mitarbeitende sorgen in Österreich für den Betrieb, dazu täglich etwa 2.000 Befüllereinsätze und 200 Technikereinsätze.
- Im Jahr 2025 wurden an café+co Standorten weltweit etwa 432 Millionen Portionen konsumiert.
Warum setzt café+co Österreich auf eine Doppelspitze statt auf eine Einzelführung?
café+co ist Teil einer internationalen Unternehmensgruppe mit Tochtergesellschaften in Österreich und sieben weiteren Ländern. Konzernweit beschäftigt die Gruppe über 2.300 Mitarbeitende, verteilt auf mehr als 55.000 Standorte. Bei dieser Größenordnung lässt sich Führung kaum auf eine einzelne Person verteilen – Vertrieb, Technik und Kundenbetreuung in Österreich allein umfassen täglich tausende Einzeleinsätze.
Genau hier setzt die neue Konstellation an: Mit der Doppelspitze verbindet café+co Vertrieb und Kundenorientierung stärker mit zeitgemäßen Verpflegungskonzepten. Das Unternehmen kündigt zudem an, sein Angebot künftig stärker an unterschiedliche Unternehmensgrößen und Arbeitsmodelle anzupassen – eine Aufgabe, die zwei Führungspersonen mit unterschiedlichen Schwerpunkten leichter bewältigen können als eine allein.
Was bringt Benedikt Zacherl für die neue Aufgabe mit?
Für seine neue Rolle kann Zacherl auf viele Jahre Berufspraxis in der Konsum- und Getränkebranche zurückgreifen. Bevor er zu café+co kam, bekleidete er über einen längeren Zeitraum hinweg Führungspositionen, darunter zuletzt eine mit globalem Zuständigkeitsbereich. Seine Schwerpunkte lagen in Vertrieb, Markenführung und Kundenorientierung.
Diese Erfahrung will Zacherl nun auf die Weiterentwicklung von café+co mit Fokus auf die Bedürfnisse der Kunden lenken. Sein Engagement begründet er damit, dass ein Unternehmen wie café+co als Vollversorger einen Beitrag zur Attraktivität von Betrieben als Arbeitgeber leisten kann.
Was können andere Unternehmen aus der Entscheidung lernen?
Die Doppelspitze bei café+co Österreich zeigt, dass Führung bei hoher Komplexität nicht zwingend auf eine Person konzentriert werden muss. Für Unternehmer und Führungskräfte lassen sich daraus einige Lehren ziehen:
- Komplexe Betriebe mit vielen Standorten profitieren oft von geteilter Verantwortung statt von einer einzelnen Führungsspitze.
- Erfahrung aus einer verwandten Branche – hier Konsumgüter und Getränke – lässt sich gezielt auf neue Aufgaben übertragen.
- Ein klarer Fokus auf Kundenbedürfnisse kann Teil der Begründung für eine Führungsentscheidung sein, nicht nur ihr Ergebnis.
- Internationale Konzernstrukturen mit mehreren Tochtergesellschaften verlangen nach Führungsmodellen, die Vertrieb und operatives Geschäft gleichzeitig abdecken.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.