Die Gremien der APA haben Maria Scholl als Vorsitzende der Geschäftsführung bestätigt – auf unbefristete Dauer. Klemens Ganner wird zweiter Geschäftsführer, ebenfalls dauerhaft. Beide hatten die Österreichische Nachrichtenagentur seit Juni interimistisch geführt.
Drei Punkte zeigen, worum es bei der Entscheidung ging:
- Maria Scholl wird dauerhafte Vorsitzende der Geschäftsführung, nach mehreren Monaten in der Funktion.
- Klemens Ganner rückt als zweiter Geschäftsführer nach, zuvor war er Chief Operating Officer.
- Katharina Schell übernimmt die Chefredaktion von Scholl.
- Paul Schneidhofer erhält Prokura für die gesamte APA-Gruppe.
Die Entscheidung der APA‑Gremien und das Ergebnis
Statt eine externe Nachfolge zu suchen, entschieden sich die APA‑Gremien dafür, die seit Juni amtierende Interims-Führung fest zu installieren. Zugleich wurden drei weitere Positionen aus dem bestehenden Haus heraus besetzt. Vier Personalentscheidungen auf einmal, keine davon von außerhalb der APA.
Die Ausgangslage nach dem Abgang von Clemens Pig
Auslöser war das Ausscheiden von Clemens Pig im Juni. Maria Scholl und Klemens Ganner übernahmen die Führung zunächst interimistisch. In dieser Zeit mussten sie zeigen, ob sie die Agentur auch dauerhaft leiten können – ohne den üblichen Vorlauf einer geplanten Nachfolge.
Scholl kann auf eine lange Laufbahn im Haus verweisen: Bereits 2007 begann sie in der APA-Redaktion und durchlief dort mehrere Stationen, bevor sie 2019 zur stellvertretenden Chefredakteurin aufstieg und schließlich 2023 die Chefredaktion übernahm. Zusätzlich ist sie Verwaltungsrätin der Schweizer Nachrichtenagentur-Gruppe Keystone-SDA.
Ganner ist seit 2003 bei der APA, zuletzt als Chief Operating Officer. Im Jahr 2025 trieb er zudem die Fusion der APA-DeFacto GmbH mit der APA-OTS GmbH voran, aus der die neue APA-Comm GmbH hervorging.
Was gegen eine schnelle Entscheidung sprach
Eine dauerhafte Bestellung aus der Interimsphase heraus ist kein Selbstläufer: Gremien stehen dabei typischerweise vor der Frage, ob eine Übergangslösung tatsächlich die beste langfristige Besetzung ist oder ob eine externe Suche mehr Auswahl geboten hätte. Zu dieser Abwägung selbst liegen keine Angaben vor – belegt ist nur das Ergebnis: die dauerhafte Bestätigung von Scholl und Ganner.
Wie die APA‑Gremien die Nachfolge umsetzten
Mit der Bestätigung von Scholl und Ganner verbanden die Gremien zwei weitere Weichenstellungen. Katharina Schell, seit 1998 für die APA tätig und seit 2016 Mitglied der Chefredaktion, folgt Scholl als Chefredakteurin nach. Paul Schneidhofer, der seit 2017 die ausgeweitete Verkaufseinheit der gesamten APA-Gruppe leitet, erhält zusätzlich Prokura.
Die neue Führungsspitze soll noch in diesem Jahr ein Strategie-Update für die Jahre 2027 bis 2030 vorlegen. Dabei soll ein Schwerpunkt auf der KI-Strategie der APA-Gruppe liegen.
Was andere Unternehmen aus der Entscheidung der APA lernen können
- Eine Interimsphase kann als verlängerte Bewährungsprobe genutzt werden, bevor eine Dauerlösung feststeht.
- Mehrere Nachfolgefragen können gebündelt werden, statt sie nacheinander abzuarbeiten.
- Langjährige interne Kandidaten bringen oft schon Netzwerk und Fachwissen mit, die eine Einarbeitung verkürzen.
- Eine klare Ankündigung zur künftigen Strategie signalisiert Mitarbeitenden und Partnern Planungssicherheit.