In Österreich wurden im September 2026 insgesamt 28.968 Pkw neu zugelassen, mehr als ein Drittel davon rein elektrisch. Für Käuferinnen und Käufer stellt sich damit die Frage, wie stabil dieser Trend ist und worauf sie sich bei Infrastruktur und Förderung einstellen können.
Der Rekordwert fällt in eine Zeit, in der auch der deutsche Nachbarmarkt einen ähnlichen Sprung erlebt. Dort zeigen aktuelle Zulassungszahlen, wie stark Förderprogramme die Nachfrage antreiben können – und was passiert, wenn sie auslaufen.
Wie stark ist der Anstieg der E-Auto-Neuzulassungen in Österreich?
Mehr als jeder dritte im September neu angemeldete Wagen war rein elektrisch, wie das Mobilitätsministerium mitteilt. Hanke sieht darin einen Beleg dafür, dass sich Elektromobilität zunehmend im Alltag etabliert.
Flankiert wird die Entwicklung durch den Ausbau der Ladeinfrastruktur: Nach Angaben des Mobilitätsministeriums stehen in Österreich bereits 40.000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung.
Die Bundesregierung plant laut Ministerium weitere Schritte beim Netzausbau, bei der Information der Käufer und bei verlässlichen Rahmenbedingungen. Eine Novelle des Bundesstraßengesetzes soll demnach den Ausbau der Ladeinfrastruktur entlang von Autobahnen und Schnellstraßen beschleunigen.
Warum boomen Elektroautos gerade jetzt in Deutschland?
Ein Blick auf den deutschen Markt zeigt, welche Kraft Förderprogramme entfalten können. Dort wurden im September 256.774 Pkw neu zugelassen, 9 % mehr als im Vorjahresmonat. Davon waren 88.599 Fahrzeuge batterieelektrisch, ein Marktanteil von 34,5 % und nahezu eine Verdopplung gegenüber September 2025. Nach neun Monaten 2026 kommen deutsche Neuzulassungen von Elektroautos auf 604.144 Fahrzeuge, 58 % mehr als im Vorjahreszeitraum.
Besonders privat gekaufte Fahrzeuge treiben den deutschen Trend: Private Neuzulassungen stiegen um 28,5 % und erreichten einen Anteil von 40,3 % an allen Neuzulassungen, während gewerbliche Registrierungen um 1,2 % zurückgingen.
Gall warnt zugleich, der Boom sei mit Steuergeld teuer erkauft und stehe auf wackligen Beinen; ohne die Förderung drohe seiner Einschätzung nach ein erneuter Einbruch der Zulassungszahlen. Als Beleg verweist er darauf, dass die deutschen E-Auto-Zulassungen im Jahr nach dem Ende des Umweltbonus im Dezember 2023 um 25 % einbrachen.
Bei den übrigen Antriebsarten zeigt sich in Deutschland ein klarer Rückgang: Benziner verloren 29,2 % auf 44.632 Fahrzeuge und einen Marktanteil von 17,4 %, Diesel sanken auf 23.058 Einheiten, ein Rückgang um etwa ein Fünftel. Hybride legten moderat um 1,7 % auf 98.871 Fahrzeuge zu, Plug-in-Hybride kamen auf 27.861 Zulassungen und einen Anteil von 10,8 %.
Die folgenden Punkte fassen die wichtigsten Verschiebungen im deutschen Markt zusammen:
- Ohne die Elektroautos wären die Gesamtneuzulassungen in Deutschland gesunken.
- Chinesische Hersteller zählen laut EY zu den großen Gewinnern des Aufschwungs, ihr Absatz und Marktanteil legten im September kräftig zu.
- Im August lagen die deutschen E-Auto-Zulassungen noch bei 68.930 Fahrzeugen, deutlich unter dem September-Wert.
Für österreichische Käufer liegt der praktische Nutzen vor allem in Information statt Überredung: Das Mobilitätsministerium führt die Kampagne „Keine E-ngste mehr“, um Fragen zu Reichweite, Lademöglichkeiten, Kosten und Batterien zu beantworten. Hanke betont, die Kampagne solle eine fundierte Entscheidungsgrundlage liefern, niemanden zum Kauf drängen.