Die Finanzpolizei hat Ende September 2026 bei einer Schwerpunktkontrolle im Hotelreinigungsgewerbe 28 Betriebe überprüft. Dabei deckte sie zahlreiche Verstöße gegen Arbeitsrecht, Sozialversicherung und Ausländerbeschäftigung auf und pfändete zudem offene Abgabenschulden.
28 Betriebe in fünf Bundesländern geprüft
Dafür rückten 119 Beamtinnen und Beamte der Finanzpolizei aus und nahmen 128 Beschäftigte unter die Lupe. Insgesamt wurden 39 Verstöße festgestellt, zudem pfändete die Behörde Forderungen in Höhe von rund 323.000 Euro wegen offener Abgabenschulden. Geprüft wurde in Hotelbetrieben verteilt auf Wien, Tirol, Oberösterreich, Kärnten und die Steiermark.
Betroffen waren vor allem Reinigungsdienste, die Hotels als externe Dienstleister beschäftigen. Von den Übertretungen entfielen 26 auf das Arbeitszeitgesetz, sieben auf das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz und fünf auf das Ausländerbeschäftigungsgesetz. Eine weitere Übertretung betraf das Sozialbetrugsbekämpfungsgesetz.
Bei den Kontrollen wurde zudem eine Person angetroffen, die sich nach Einschätzung der Behörde illegal im Bundesgebiet aufhielt. Sie wurde festgenommen.
Vier Betriebe stehen unter Verdacht auf Scheinfirmen
Vier der überprüften Unternehmen stehen im Verdacht, Scheinfirmen nach dem Sozialbetrugsbekämpfungsgesetz zu sein. Bei zwei davon laufen schon Ermittlungsverfahren, bei den übrigen zwei kamen neue Anhaltspunkte für eine solche Konstruktion hinzu. Solche Konstruktionen dienen häufig dazu, Lohnkosten zu drücken und Sozialabgaben zu umgehen.
Laut Christian Ackerler verschaffen sich Unternehmen, die Scheinfirmen einsetzen oder Beschäftigung verschleiern, einen unrechtmäßigen Wettbewerbsvorteil gegenüber Betrieben, die sich an die Regeln halten.
Parallelaktion gegen organisierte Schleusung in Deutschland
Parallel zu den Kontrollen in Österreich gingen deutsche Behörden gegen eine Tätergruppe vor, die vermutlich länderübergreifend organisiert agiert. Dafür waren auf deutscher Seite rund 2.200 Einsatzkräfte von Bundespolizei und Finanzkontrolle Schwarzarbeit im Einsatz. Im Fokus der Ermittlungen stehen der Verdacht auf Schleusung, illegale Beschäftigung, Arbeitsausbeutung sowie der Einsatz von Schein- und Nachunternehmen.
Was das für Beschäftigte und Gäste bedeutet
Für Beschäftigte im Reinigungsgewerbe zeigen die Zahlen, wie verbreitet fehlende Arbeitszeitaufzeichnungen und nicht korrekt gemeldete Sozialversicherungsverhältnisse in der Branche sind. Wer in einem Hotel oder einer Reinigungsfirma arbeitet und Zweifel an seiner Anmeldung zur Sozialversicherung hat, kann dies direkt bei der zuständigen Gebietskrankenkasse abklären.
Gäste bekommen von solchen Kontrollen meist nichts mit, profitieren aber indirekt: Die gepfändeten Abgabenschulden fließen in die Staatskasse zurück, aus der auch Sozialleistungen finanziert werden. Die Finanzpolizei kündigt an, die Kontrollen im Hotelgewerbe fortzusetzen.
Im September 2026 fuhr erstmals mehr als jeder dritte neu zugelassene Pkw in Österreich rein elektrisch, in Deutschland lag der Anteil mit 34,5 % sogar noch höher.
Immer mehr Firmenpleiten lassen sich kaum noch finanzieren: Allein in Österreich wurden 2025 rund 6.810 Unternehmensinsolvenzen gezählt, viele davon mangels Masse gar nicht erst eröffnet.