Kärnten führt ab dem 1. November 2026 eine kostenlose Gäste-Card für Touristen ein: Mit ihr fahren Übernachtungsgäste gratis mit nahezu allen Bussen und Bahnen im Bundesland. Bezahlt wird das Angebot durch eine Anhebung der Aufenthaltsabgabe. Kärnten wird damit nach Salzburg das zweite österreichische Bundesland mit einem solchen Mobilitätsangebot für Urlauber.
Wie die Gäste-Card funktioniert
Die Karte wird vom Beherbergungsbetrieb nach der Gästemeldung ausgestellt, sobald Gäste der Datenverarbeitung zustimmen. Urlauber erhalten dabei einen digitalen Zugangscode, den sie über eine App einlösen.
Mit der gültigen Karte steigen sie direkt in Bus und Bahn ein, ohne ein zusätzliches Ticket zu kaufen. Bei einer Kontrolle müssen Gäste die Karte zusammen mit einem Lichtbildausweis vorzeigen. Genutzt werden kann die Karte ab dem Tag der Anreise bis zum letzten Urlaubstag, einschließlich des Abreisetags.
Was die Karte abdeckt
Nahezu das komplette öffentliche Verkehrsnetz des Bundeslandes lässt sich mit der Gäste-Card nutzen, dazu zählen auch Rufbusse und Sammeltaxis. Auch S-Bahn-Fahrten bis nach Lienz in Osttirol sind eingeschlossen.
Nicht enthalten sind Sonderzüge, Intercity-Busse, Autoschleusen und Fahrradtransporte. Ebenfalls ausgenommen bleiben einzelne Shuttleverbindungen, etwa jene zum Pyramidenkogel bei Keutschach am See, sowie Komfortzuschläge bei bestimmten Mikro-ÖV-Angeboten.
Was es Gäste künftig kostet
Die neue Aufenthaltsabgabe ersetzt ab November die bisherige Ortstaxe. Von dem neuen Nächtigungsbeitrag in Höhe von 4,50 Euro wandern 90 Cent unmittelbar in den Mobilitätstopf. Bei einem einwöchigen Aufenthalt zahlt ein Gast damit künftig 31,50 Euro Aufenthaltsabgabe statt bisher 18,90 Euro – eine Mehrbelastung von 12,60 Euro pro Woche. Dafür entfallen die Kosten für einzelne Fahrscheine im öffentlichen Verkehr.
Wohin das Geld fließt
Ein Teil der Einnahmen soll laut dem Kärtner Landesrat Sebastian Schuschnig in neue Infrastruktur und zusätzliche Verkehrsangebote fließen, finanziert über einen eigenen Infrastruktur- und Mobilitätsfonds.
Geplant ist unter anderem der Ausbau von Rufbussen und Sammeltaxis, um Urlaubsorte abseits großer Bahnverbindungen besser zu erschließen und auch abgelegenere Urlaubsregionen anzubinden.