In Österreich meldeten Unternehmen im Jahr 2025 rund 6.810 Insolvenzverfahren, wie aus einer Datenbasis des KSV1870 hervorgeht. Das Insolvenzgeschehen blieb damit auf hohem Niveau, gleichzeitig wuchs der Anteil der Verfahren, die mangels Masse gar nicht erst eröffnet wurden.
6.810 Insolvenzen in Österreich: Immer mehr Verfahren scheitern mangels Masse
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Österreich hat sich 2025 nach Angaben von KSV1870 auf hohem Niveau stabilisiert. Besonders auffällig ist der wachsende Anteil an Verfahren, die mangels Masse gar nicht eröffnet werden. Das bedeutet: Das verbliebene Vermögen des Unternehmens reicht nicht einmal mehr aus, um die Kosten des Insolvenzverfahrens zu decken, Gläubiger gehen dann meist komplett leer aus.
Deutschland und die Schweiz verzeichnen Rekordzahlen bei Firmenpleiten
In Deutschland erreichten die beantragten Unternehmensinsolvenzen 2025 mit 24.064 Verfahren den höchsten Stand seit 2014, ein Plus von 10,3 % gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2026 kamen 12.812 Verfahren hinzu, das ist der höchste Halbjahreswert seit 2013 und ein Anstieg von 6,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Auch in der Schweiz nahmen Firmenkonkurse 2025 deutlich zu, mit 12.485 eröffneten Verfahren laut amtlicher Statistik. Als Grund gilt eine Gesetzesänderung, die es öffentlich-rechtlichen Gläubigern seit Jänner 2025 erlaubt, selbst Konkursbegehren zu stellen.
Strukturwandel bei Firmenpleiten: Hohe Fallzahlen bei sinkenden Schadenssummen
Das Insolvenzgeschehen in Deutschland durchläuft derzeit eine spürbare Veränderung. Obwohl die Gesamtzahl der Verfahren zunimmt, verzeichneten die voraussichtlichen Gesamtforderungen der Gläubiger im Jahr 2025 einen Rückgang auf 47,9 Milliarden Euro. Diese Tendenz setzte sich auch im ersten Halbjahr 2026 fort, in dem die ausstehenden Summen mit 18,5 Milliarden Euro abermals deutlich unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums blieben. Entgegen dem langfristigen Trend war bei den wirtschaftlich schwergewichtigen Großpleiten im Jahr 2025 sogar ein Rückgang um gut 15 Prozent zu beobachten.
Diese Kombination aus schrumpfenden Schadenssummen und gleichzeitig steigenden Fallzahlen lässt einen klaren Rückschluss auf die wirtschaftliche Realität zu: Die aktuelle Pleitewelle wird primär durch kleine Betriebe sowie den breiten Mittelstand getrieben, während die Zahl der spektakulären Großinsolvenzen im Vergleich zu den Vorjahren spürbar nachgelassen hat.
Was die Konkurswelle für Jobs und Nachfolge bedeutet
Hinter den Zahlen steht ein strukturelles Problem: Banken vergeben Kredite zurückhaltender. In der Periode von April bis Juni 2026 stießen 40,5 Prozent der finanzierungssuchenden KMU auf eine restriktive Kreditvergabe – der absolute Höchststand seit dem Start der Messungen 2017. Laut Deutscher Bundesbank verschärften zudem 10 % der Banken ihre Kreditstandards für Unternehmenskredite im selben Quartal.
Das trifft auf einen Mittelstand, der ohnehin vor einem Generationswechsel steht: Laut IfM Bonn stehen in Deutschland zwischen 2026 und 2030 rund 186.000 Unternehmensübergaben an. Gleichzeitig schätzt die KfW Research, dass bis Ende 2029 rund 569.000 Mittelständler Stilllegungspläne verfolgen. Das durchschnittliche Alter der Mittelstandsinhaber lag 2025 bei knapp über 54 Jahren.
Für Beschäftigte heißt das: Wo eine Nachfolge fehlt und Kredite schwerer fließen, steigt das Risiko, dass Betriebe schließen statt übergeben zu werden. Private-Equity-Investoren zeigen sich dabei offen für Übernahmen einzelner Unternehmensteile: 71 % signalisierten laut der Auswertung Bereitschaft zu sogenannten Carve-out-Transaktionen, bei denen nur profitable Firmenteile übernommen werden.
Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 bringen die ÖBB neue Direktverbindungen – parallel müssen Reisende aber mit langen Streckensperren in Deutschland rechnen.
Im September 2026 fuhr erstmals mehr als jeder dritte neu zugelassene Pkw in Österreich rein elektrisch, in Deutschland lag der Anteil mit 34,5 % sogar noch höher.