Der dritte und letzte Photovoltaik-Fördercall nach bisheriger Systematik hat am 8. Oktober mit einer Ticketziehung ab 17 Uhr begonnen und läuft bis 22. Oktober 2026. Für Solaranlagen und Stromspeicher stehen diesmal 38,5 Millionen Euro zur Verfügung – ursprünglich waren nur 8 Millionen Euro vorgesehen.
Das zusätzliche Geld stammt laut Wirtschaftsministerium aus Restmitteln früherer Förderrunden, bei denen Projekte nicht oder nur teilweise umgesetzt wurden. Die Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner betont, dass es sich dabei nicht um neues Budget handelt, sondern um nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz erneut vergebene Mittel.
Wer hat jetzt noch Chancen auf PV-Förderung?
Gefördert werden neue und erweiterte Photovoltaikanlagen sowie die dazugehörigen Stromspeicher. Wie groß der Andrang sein kann, zeigt der zweite Fördercall 2026: Dort gingen knapp 28.000 Anträge ein, während Mittel für rund 3.000 Projekte verfügbar waren. Beim Call im Juli waren die Mittel bereits nach kurzer Zeit aufgebraucht, nur ein geringer Teil der Anträge erhielt eine Zusage.
Mit dem aufgestockten Budget steigen die Chancen für diesen letzten Call deutlich – eine Garantie gibt die Ticketziehung aber nicht.
Warum wird das Fördersystem schon wieder umgebaut?
Das Wirtschaftsministerium kündigte am 6. Oktober 2026 eine grundlegende Neuregelung an. Ab 2027 soll die bisherige digitale Ticketziehung durch ein antragsbasiertes Modell ersetzt werden: Anträge werden dann erst nach Installation und Rechnungslegung eingereicht, nicht mehr vorab per Los.
Der Schwerpunkt verschiebt sich dabei von der breiten Förderung klassischer Solaranlagen hin zu Speichern und intelligenten Energiemanagementsystemen. Die Zahlen aus 2026 erklären den Kurswechsel: Die Bewilligungsquote lag bei nur 27,6 %, 41.022 Anträge wurden mangels Budget abgewiesen. 2025 hatte die Quote noch bei 95,7 % gelegen, bei einem Fördervolumen von 188,3 Millionen Euro.
Was ändert sich konkret ab 2027?
- Ein Speichersystembonus soll für neue Anlagen und für die Nachrüstung bestehender Speicher gelten.
- Ein intelligentes Energiemanagementsystem wird Voraussetzung für die Förderung.
- Einzelne Fördercalls mit Ticketziehung entfallen, stattdessen gilt ein laufendes, antragsbasiertes Modell.
- Für die nötige Gesetzesänderung im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz ist eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat erforderlich.
Die genaue Höhe des neuen Bonus und die technischen Kriterien stehen noch nicht fest. Das Ministerium prüft zudem einen zusätzlichen Bonus für europäische Wertschöpfung. Klar ist bereits: Die Fördersätze von 2026 gelten ab 2027 nicht automatisch weiter.
Rechenbeispiel: Was eine Anlage mit Speicher 2026 noch bringt
Nach den Sätzen von 2026 erhielt eine Anlage bis 10 Kilowatt-Peak 150 Euro pro Kilowatt-Peak, größere Anlagen gestaffelt bis 120 Euro pro Kilowatt-Peak. Für Speicher galten 150 Euro pro Kilowattstunde.
Eine Anlage mit 8 Kilowatt-Peak und einem Speicher mit 10 Kilowattstunden kam damit auf 8 × 150 Euro = 1.200 Euro für die Photovoltaikanlage plus 10 × 150 Euro = 1.500 Euro für den Speicher – zusammen 2.700 Euro Förderung. Ob diese Sätze auch für Vorhaben gelten, die erst 2027 abgerechnet werden, ist noch offen.
Was Antragsteller jetzt tun sollten
Wer eine Anlage mit intelligentem Speicher plant und erst im November 2026 oder später abrechnet oder in Betrieb nimmt, soll bereits in das neue Förderregime für 2027 fallen. Für alle anderen zählt jetzt vor allem eines: Die Ticketziehung für den letzten Fördercall läuft nur bis 22. Oktober 2026.