Die Lufthansa Group setzt ihre Flüge nach Riad nach einem Raketenangriff auf den Flughafen King Khalid bis einschließlich 16. Oktober aus. Betroffen sind neben Lufthansa auch Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines. Grund ist eine nach Angaben des Unternehmens akut verschlechterte Sicherheitslage im Nahen Osten.
Mehr als 275 Flüge am Donnerstag gestrichen
Am Flughafen King Khalid in Riad wurden laut dem Flugdatendienst FlightAware allein am Donnerstag mehr als 275 Flüge gestrichen. Das entsprach rund 40 % der geplanten Ankünfte und knapp einem Drittel der Abflüge. Auch am Freitagmorgen kam es erneut zu Unterbrechungen im Flugverkehr, der Betrieb wurde zeitweise ganz ausgesetzt. Mehrere Maschinen kreisten längere Zeit in der Luft, bevor sie landen konnten.
Huthi-Rakete trifft Flughafen King Khalid
Auslöser der Betriebsunterbrechungen war ein Angriff der jemenitischen Huthi-Miliz. Sie erklärte, eine ballistische Rakete auf den Flughafen abgefeuert zu haben. Saudi-Arabien gab an, mehrere Geschosse abgefangen zu haben; Trümmerteile fielen den saudischen Angaben zufolge dennoch auf ein Terminalgebäude. Augenzeugen berichteten von mehreren schweren Explosionen über der Stadt.
Die Huthi-Miliz, die nach eigenen Angaben vom Iran unterstützt wird, drohte zudem, künftig auch Ölanlagen in Saudi-Arabien anzugreifen. Zugleich forderte sie Fluggesellschaften explizit auf, das Land nicht mehr anzufliegen.
Auch IndiGo, Air India und Akasa Air betroffen
Neben der Lufthansa Group reagierten weitere internationale Airlines auf die Sicherheitslage. IndiGo stellte seine Flüge von und nach Riad bis einschließlich 9. Oktober ein. Air India und Akasa Air strichen ihre Verbindungen bis einschließlich 10. Oktober. Die Lufthansa Group geht mit ihrer Frist bis zum 16. Oktober deutlich darüber hinaus.
Lufthansa begründet die längere Aussetzung damit, nach standardmäßigen Sicherheitsrichtlinien zu handeln, um Passagiere und Besatzungen keinem Risiko auszusetzen.
Was Passagiere mit gebuchten Riad-Flügen jetzt tun können
- Wer einen Flug der Lufthansa Group nach oder von Riad bis zum 16. Oktober gebucht hat, sollte den Buchungsstatus direkt bei der jeweiligen Airline prüfen.
- Bei IndiGo, Air India und Akasa Air gelten kürzere Fristen bis zum 9. beziehungsweise 10. Oktober.
- Betroffene Passagiere haben in der Regel Anspruch auf Umbuchung oder Erstattung, da die Streichung nicht in ihrem Einflussbereich liegt.
- Wer in den kommenden Tagen über Riad reisen will, sollte vor Abflug die aktuelle Statusseite der Airline kontrollieren, da sich die Lage am Flughafen King Khalid weiterhin kurzfristig ändern kann.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.