Der Energieanbieter PLAN-B NET ZERO lässt seine rund 115.000 Plattform-Nutzer ab sofort über den Stromvertrag einen Beitrag zur Reinigung von Flüssen leisten. Wer sich für einen Impact-Tarif entscheidet, zahlt monatlich freiwillig einen Wirkungsbeitrag von einem, drei oder fünf Euro zusätzlich. Jeder Euro steht laut Unternehmen für ein Kilogramm Plastik, das der Partner everwave aus Flüssen entfernt.
- Wirkungsbeitrag wählbar: 1, 3 oder 5 Euro monatlich
- Partner everwave sammelt Plastik unter anderem in Kambodscha, Albanien und Thailand
- Erste Kampagnenphase läuft vom 5. bis 19. Oktober, ein weiterer Sprint folgt im November
- Ergebnis wird am 30. November mit einem öffentlichen Wirkungsnachweis vorgelegt
PLAN-B NET ZERO macht aus einem Euro ein Kilogramm Plastik
Etwa die Hälfte davon sind aktive Stromkunden in Belieferung. Das Unternehmen erzielt nach eigenen Angaben einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von mehr als 60 Millionen Euro. Statt eines klassischen Rabatts oder Bonus setzt PLAN-B NET ZERO bei seinen Impact-Tarifen auf einen zusätzlichen, freiwilligen Betrag, der direkt einem Umweltprojekt zugeordnet wird.
Der Rechenweg ist bewusst simpel gehalten: Ein Euro Beitrag entspricht einem Kilogramm Plastik, das everwave aus einem Fluss entfernt. Diese direkte Verknüpfung von Zahlung und messbarem Ergebnis unterscheidet das Modell von vagen „Grünstrom“-Versprechen.
Die Ausgangslage: Ein Anbieter sucht nach einem echten Wirkungsbeweis
PLAN-B NET ZERO wurde im April 2023 gegründet und hat seinen Sitz in Zug, Schweiz, mit Bradley Mundt als Gründer. 2023 richtete sich das Unternehmen neu aus und verfolgt seither den Ansatz einer Kategorie namens Neo Energy, die saubere Energie mit digitaler Intelligenz und Datentransparenz verbinden soll.
Zur Umsetzung dieses Anspruchs holte sich das Unternehmen everwave als Partner.
Was gegen das Modell sprach und wie everwave es absichert
Ein Zusatzbeitrag auf der Stromrechnung ist zunächst ein schwer verkäufliches Produkt: Kunden zahlen freiwillig mehr, ohne einen unmittelbaren eigenen Nutzen zu erhalten. Tragfähig wird das Modell nur, wenn die behauptete Wirkung auch belegt ist.
Genau hier setzt everwave an: Das Unternehmen dokumentiert den gesamten Prozess von Sammlung bis Verwertung und lässt Projekte nach dem Ocean Bound Plastic Standard unabhängig auditieren. Zur Erkennung und Analyse des gesammelten Mülls nutzt everwave künstliche Intelligenz. Insgesamt hat everwave bislang beachtliche Mengen aus Flüssen geholt: Nach eigener Mitteilung von PLAN-B NET ZERO sind es über drei Millionen Kilogramm, demnach liegt der Wert bei über 2,9 Millionen Kilogramm.
Bereits zuvor war die Partnerschaft im Rahmen einer World-Earth-Day-Kampagne sichtbar geworden: Für jedes Like in den sozialen Netzwerken wurde ein Kilogramm Müll entfernt.
Was Unternehmer aus dem PLAN-B-NET-ZERO-Modell lernen können
Die aktuelle Kampagne startet mit der ersten Phase vom 5. bis 19. Oktober gemeinsam mit everwave, im November folgt ein weiterer Sprint mit einem anderen Partner. Am 30. November endet die insgesamt zweimonatige Aktion mit einem öffentlichen Wirkungsnachweis. Für Unternehmer, die über ähnliche Angebote nachdenken, lassen sich daraus einige Lehren ziehen:
- Ein kleiner, klar bezifferter Zusatzbeitrag lässt sich leichter kommunizieren als ein vages Nachhaltigkeitsversprechen
- Eine einfache Umrechnung wie „ein Euro gleich ein Kilogramm“ macht Wirkung für Kunden greifbar
- Unabhängige Audits und dokumentierte Prozesse schaffen Vertrauen in die behauptete Wirkung
- Ein fester Endtermin mit öffentlichem Nachweis erhöht den Druck, Ergebnisse auch zu liefern
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.