Die erste Million, das Ziel eines jeden Unternehmers. Bereits das Überschreiten von einer Million Euro im Umsatz ist ein Grund zum Feiern. Dann folgen die erste Million als Gewinn unter der Unternehmensbilanz und eines Tages schließlich auf dem Privatkonto. Doch wie lange dauert es im Schnitt eigentlich, bis es endlich soweit ist?

Eines steht jedenfalls fest: Ohne Investments lässt sich dieses Ziel nicht erreichen. Natürlich kann man auch bei “Wer wird Millionär” seine erste Million gewinnen, doch dieses Geld stammt nicht aus dem erfolgreichen Unternehmen, das man selbst aufgebaut hat. Wenn man mit seinem Unternehmen Erfolg hat, ist die erste Million nicht nur nachhaltig, sondern sicherlich auch nicht die letzte.

Als Arbeitnehmer Chancen auf erste Million eher gering

Sobald man eine vielversprechende Geschäftsidee hat, sollte man das Risiko wagen und sich selbständig machen. Andernfalls könnte es schwierig werden, an seine erste Million zu gelangen. 

Das Durchschnittseinkommen beträgt in Deutschland rund 49.200 Euro im Jahr brutto (Stand: September 2022). Das ist ein guter Verdienst, dennoch “nur” der Durchschnitt. Der eine verdient mehr, der andere weniger. 

Wenn man also nach dem durchschnittlichen Bruttolohn eines deutschen Vollzeitarbeitnehmers geht, so muss dieser über 20 Jahre dafür arbeiten, um seine erste Million Euro zu verdienen. Steuern, Sozialbeiträge und andere Lebenshaltungskosten sind in diesem Beispiel außen vor gelassen.

Blickt man auf die Zahlen des statistischen Bundesamts, so fallen die Verdienstmöglichkeiten im Gastgewerbe am geringsten aus. Wer hier in Vollzeit arbeitet, erhält im Schnitt gerade einmal 26.820 Euro im Jahr brutto. Hier müsste man ohne Abgaben schon 37 Jahre für die erste “Brutto-Million” arbeiten gehen.

Weg in die Selbständigkeit

Wer also als durchschnittlicher Vollzeitarbeitnehmer jeden Tag zur Arbeit geht, wird wahrscheinlich kein Millionär werden. Zumindest, solange kein Lottogewinn, eine plötzliche Erbschaft oder dergleichen erfolgt. Dennoch muss das nicht heißen, dass man als einfacher Arbeitnehmer nicht doch auf seine erste Millionen hinarbeiten kann.

Doch auch hier geht nichts ohne Kapitalanlagen. Man spart sich genügend Geld zusammen, um sich vielleicht doch selbstständig zu machen. Vielleicht braucht es ja kein neues Auto, wenn man das Geld dafür auch anderweitig investieren kann?

Hat man zu wenig eigene Kapitalanlagen, ist man trotzdem nicht unbedingt auf Bankkredite angewiesen. Deshalb ist es gerade in der Anfangsphase wichtig, mit einer guten Geschäftsidee potentielle Investoren von dieser zu überzeugen. So kann man sich auch als herkömmlicher Arbeitnehmer für einen derartigen Schritt in die Eigenständigkeit entscheiden.

Wie jede Investition ist aber auch das nicht ohne Risiko. Wenn das Vorhaben nach hinten losgeht, ist das eigene Kapital weg. Daher muss jeder Schritt gut überlegt sein und auch das Firmenkonzept stimmen. Hierfür kann es sich lohnen, sich beratende Hilfe von außen zu suchen.

Geld anlegen statt zurücklegen?

Eine weitere Investitionsmöglichkeit sind natürlich Kapitalanlagen, zum Beispiel an Bank oder Börse. Die Frage, ob sich Bankeinlagen lohnen, stellt sich aktuell nicht mehr wirklich. Zinssätze sind zurzeit fast gar nicht vorhanden, sodass sie kaum noch ins Gewicht fallen.

Das nächste Problem sind die hohen Inflationsraten, mit denen sich nicht nur Geldanleger auseinandersetzen müssen. Liegt der Zins einer Bankeinlage unterhalb der Inflationsrate, wird das Geld eigentlich nur weniger als mehr. Auch wenn die Vermögensanlage auf dem Konto steigt, ist der Kaufkraftverlust größer.

Daher kann man sich auch Gedanken darüber machen, seine Ersparnisse an der Börse in Unternehmens- bzw. Aktienanteile zu stecken. Das ist jedoch mit einem deutlich höheren Risiko verbunden. Niemand weiß genau, wie sich der Aktienmarkt in Zukunft entwickeln wird. Gleiches gilt genauso für mögliche Renditen.

Als durchschnittlicher Arbeitnehmer lohnt es sich kaum, an der Börse einen großen Teil des Gehaltes anzulegen. Um wirklich gute Gewinne aus dem Aktienmarkt herausziehen zu können, wird man wahrscheinlich sechsstellige Beträge investieren müssen.

Auch eine Million am Konto kann nichts Wert sein

Was macht eine Million Euro eigentlich so besonders? Inflation und der damit einhergehende Verlust der Kaufkraft machen diese Frage eigentlich überflüssig. Denn was sind die Millionen Euro auf dem Konto überhaupt? Es handelt sich lediglich um eine Zahl, die auf dem Kontoauszug steht. 

Ohne Kaufkraft bringt auch die größte Zahl auf dem Konto nichts. Ein Beispiel dafür bietet die Hyperinflation der 1920er Jahre. Bis zur Währungsreform im November 1923 stiegen die Lebenshaltungskosten auf über eine Billionen Mark im Monat. Bereits für ein Laib Brot mussten die Menschen 5,6 Milliarden Mark vorlegen. Allein, um das Bargeld zu transportieren, brauchten die Bürger der Weimarer Republik Karren und Bollerwagen, damit sie den Bäcker bezahlen konnten.