Sparen in der Steiermark bleibt beliebt, doch die Art, wie gespart wird, kostet die meisten Haushalte Rendite. Laut einer aktuellen Studie der Steiermärkischen Sparkasse legen Steirer im Schnitt 294 Euro monatlich zur Seite und halten Sparen mehrheitlich für wichtig. Das Problem: Drei von vier Sparern parken ihr Geld weiterhin auf Sparbuch oder Sparkonto, wo die Inflation einen Großteil des Zuwachses auffrisst.
Die Entwicklung passt zu einem Trend, der ganz Österreich betrifft. Nach Angaben einer Imas-Erhebung im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen sparen Österreicher im Schnitt 306 Euro monatlich, 14 Euro weniger als im Vorjahr. Die Sparquote der privaten Haushalte sank 2025 auf 10,0 %, das WIFO rechnet für 2026 mit einem weiteren Rückgang auf 8,7 %.
Warum setzen die meisten weiter aufs Sparbuch?
Für viele Steirer ist das Sparbuch nach wie vor die vertraute Lösung. Eine Studie aus dem Jahr 2024 zeigte: 75 % der Steirer nutzten damals das Sparbuch als bevorzugte Anlageform, 57 % sparten zusätzlich am Girokonto und fast jeder Zweite setzte auf Lebens- oder Kapitalversicherungen. Diese Formen gelten als sicher und einfach verständlich, bringen aber kaum Zinsen.
Das zeigt sich auch an der Selbsteinschätzung: Nur ein Drittel der Steirer glaubt laut der 2024er-Erhebung, dass sich Sparen heute überhaupt noch auszahlt. Gleichzeitig schreiben 32 % Wertpapieren eine wachsende Rolle zu – vor allem jüngere Menschen: Bei den 16- bis 29-Jährigen nutzten damals bereits 44 % Wertpapiere, bei den 30- bis 59-Jährigen lag der Anteil bei gut einem Drittel.
Was 10.000 Euro nach zehn Jahren noch wert sind
Wie groß der Unterschied zwischen Sparbuch und breiter Veranlagung tatsächlich ausfällt, lässt sich an einem Rechenbeispiel der Steiermärkischen Sparkasse zeigen. Zwischen Ende 2015 und Juni 2026 summierte sich die österreichische Inflation auf 43 %. Ein reines Sparbuch-Guthaben hätte diesen Kaufkraftverlust kaum ausgeglichen.
Wer im selben Zeitraum in das hauseigene Portfolio MyFocus Global Equity investiert hätte, wäre nominal um rund 111 % im Plus gelegen. Nach Abzug der Inflation hätten 10.000 Euro damit eine Kaufkraft von 14.756 Euro erreicht. Das defensivere Portfolio MyFocus Classic kam auf ein nominales Plus von 54 %, inflationsbereinigt blieben 10.790 Euro Kaufkraft übrig – immer noch mehr, als ein klassisches Sparbuch erwarten lässt.
Dass sich diese Rechnung herumspricht, zeigt sich im Fondsbestand der Bank selbst:
Bei der Steiermärkischen Sparkasse wuchs der Aktienfonds-Anteil am gesamten Fondsbestand von 17 % im Jahr 2016 auf 42 % im Juni 2026.
Der Anteil von Cash- und Rentenfonds schrumpfte in derselben Zeitspanne von 33 % auf 16 %.
Gemischte Fonds machten im Juni 2026 weitere 42 % des Fondsbestands aus.
Das gesamte Investmentfondsvolumen der Bank wuchs auf das 2,5-Fache.
Was Sparer jetzt ändern können
Österreichweit nutzen laut der Imas-Erhebung mittlerweile 40 % der Befragten Wertpapiere als Sparform – erstmals mehr als beim klassischen Bausparen, auf das 34 % setzen. Nur 33 % der Sparenden in der Steiermark sparen gezielt auf eine Immobilienfinanzierung, bei den übrigen geht es eher um Reserve und Vorsorge.
Wer sein Geld ausschließlich auf dem Sparbuch liegen lässt, dürfte damit künftig noch weniger Zinsen bekommen – ein Grund, die eigene Streuung zwischen Sparbuch, Fonds und Wertpapieren zumindest einmal durchzurechnen.
Im September 2026 verteuerten sich Waren im Großhandel um 8,7 % gegenüber dem Vorjahr – ein Tempo, das zuletzt vor mehr als drei Jahren gemessen wurde.