Im tropischen Pazifik bildet sich möglicherweise der stärkste El Niño seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950, wie die US-Klimabehörde NOAA mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet. Im entscheidenden Messgebiet fällt das Wasser bereits um 3,0 Grad wärmer aus als üblich. Für weiße Weihnachten in Deutschland und Österreich lässt sich daraus laut Deutschem Wetterdienst noch keine verlässliche Prognose ableiten.
In Tiefen zwischen 50 und 150 Metern messen Fachleute stellenweise sogar ein Plus von 8 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel. El Niño beschreibt eine ungewöhnliche Erwärmung der Wasseroberfläche im tropischen Pazifik, die weltweit Luftströmungen verändert.
Die bisherigen Rekord-Ereignisse 1997/98 und 2015/16 erreichten im maßgeblichen Index einen Wert von rund 2,4 Grad. Die Schwelle für einen neuen Rekord liegt bei 2,5 Grad – ein Wert, den die aktuellen Messungen nach Einschätzung der NOAA mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 % übertreffen könnten.
Wie stark wird der Super-El-Niño wirklich?
Neben der Wassertemperatur beobachten Meteorologen auch den Polarwirbel in der Stratosphäre. Er hat sich in diesem Jahr bereits früh und kräftig aufgebaut: In rund 30 Kilometern Höhe liegt die Windgeschwindigkeit bei 10,4 Metern pro Sekunde, der übliche Wert für diese Jahreszeit beträgt etwa 8,1 Meter pro Sekunde.
Ein starker Polarwirbel hält Kaltluft normalerweise im Norden fest – ein Hinweis darauf, dass der Winter zunächst mild beginnen könnte.
Bedeutet ein starker El Niño automatisch Schnee im Winter?
Nicht zwangsläufig. Laut Deutschem Wetterdienst verläuft der Frühwinter bei El Niño typischerweise mild, nass und stürmisch. Gleichzeitig kann ein starker El Niño den Polarwirbel destabilisieren und so plötzliche Kaltluftausbrüche nach Süden auslösen. Genau das zeigte der Winter 2023/24, der ebenfalls unter El-Niño-Bedingungen stand.
Anfang Dezember 2023 fielen in München bereits kräftige Schneemengen.
Am 20. Januar 2024 sank die Temperatur in Leutkirch im Allgäu auf -19,5 Grad.
Der Februar 2024 war mit durchschnittlich 6,6 Grad ungewöhnlich mild für die Jahreszeit.
Trotz dieser Ausreißer zählte der Winter 2023/24 insgesamt zu den mildesten seit Messbeginn.
Für ein echtes weißes Weihnachtsfest im Flachland braucht es nach Einschätzung von Meteorologe Dominik Jung meist nur zwei bis drei kalte Tage zur richtigen Zeit. In Lagen über 600 bis 800 Metern gehört Schnee zu Weihnachten dagegen fast zum normalen Bild. Im Flachland tritt eine flächendeckende weiße Weihnacht statistisch nur alle acht bis zehn Jahre auf, zuletzt geschah das demnach 2010.
Wann gibt es eine verlässliche Prognose für Weihnachten 2026?
Mit einer tragfähigen Einschätzung für den Hochwinter rechnen Meteorologen nicht vor November, konkrete Hinweise auf das Weihnachtswetter dürften laut Jung erst zu Beginn des Dezembers vorliegen. Das liegt daran, dass sich das Wetter zuverlässig nur rund sieben bis zehn Tage im Voraus vorhersagen lässt.
Zum Jahreswechsel zeichnet sich in Langfristmodellen schon jetzt eine unbeständige Westlage ab, bei der feuchte Atlantikluft auf Kaltluft aus dem Osten stoßen könnte – nach Einschätzung von Jung ein Szenario, das Schnee oder Eisregen bringen könnte.
Wer wissen will, ob es an Weihnachten 2026 tatsächlich schneit, sollte die Wetterprognosen daher erst ab Anfang Dezember verfolgen. Erst dann liefern die Modelle belastbare Hinweise auf die Lage rund um den Heiligen Abend.
Im September wurden in Österreich 28.968 Pkw neu angemeldet, ein Rekordwert, den das Mobilitätsministerium als Signal für den Alltag der Elektromobilität wertet.
Das Wifo rechnet für 2026 mit sinkenden Reallöhnen und einem fast stagnierenden Einzelhandel – vor allem bei Technik, Möbeln und Kleidung halten sich Kunden zurück.
Das Institut der deutschen Wirtschaft macht Chinas Subventionen und eine unterbewertete Währung für das Rekordminus verantwortlich – mit Folgen für Autoindustrie, Elektrobranche und Maschinenbau.