Eine Packung Zigaretten mit 20 Stück kostet derzeit rund acht Euro. Die Bundesregierung hatte im Juli bereits eine jährliche Erhöhung der Tabaksteuer auf den Weg gebracht. Nun haben sich die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD darauf geeinigt, die Sätze in einem Änderungsantrag nochmals deutlich anzuheben, sodass es ab 2027 noch teurer wird.
Damit könnte eine Packung bereits 2027 auf 9,10 Euro steigen. Das sind 0,33 Euro mehr, als der ursprüngliche Entwurf vorsah. Der verschärfte Gesetzentwurf geht nun in die weiteren Lesungen des Bundestags.
Was kostet eine Packung Zigaretten in den kommenden Jahren?
Nach den diskutierten höheren Steuersätzen steigt der Preis einer durchschnittlichen Packung schrittweise bis 2030. Die geschätzten Werte im Überblick:
- 2027: rund 9,10 Euro
- 2028: rund 9,91 Euro
- 2029: rund 10,81 Euro
- 2030: rund 11,78 Euro
Der ursprüngliche Regierungsentwurf hatte für 2027 noch 8,77 Euro und für 2030 noch 11,36 Euro vorgesehen. Die Koalition hat die Sätze also nachträglich verschärft.
Warum einigten sich Union und SPD auf höhere Sätze?
CDU/CSU-Mitglieder des Finanzausschusses geben mit der Einigung ihren bisherigen Widerstand gegen die Tabaksteuererhöhung auf. Gesundheitspolitiker hatten zuvor auf höhere Tabaksteuern gedrängt, auch die Fraktionschefs von Union und SPD setzten sich für höhere Abgaben ein. Befürworter der Steuererhöhung verweisen auf den Gesundheitsschutz und argumentieren, höhere Preise könnten vor allem junge Menschen vom Rauchen abhalten.
Nicht alle in der Union sind überzeugt: Einige CDU/CSU-Politiker warnten vor verstärktem Zigarettenschmuggel, sollte die Steuer zu stark steigen. Auch Thorsten Frei erhielt heftige Kritik an dem Vorhaben, konnte sich aber am Ende durchsetzen.
Rechenbeispiel
Wer täglich eine Packung zum Preis von 11,78 Euro raucht, zahlt dafür 2030 im Jahr rund 4.300 Euro. Zum Vergleich: Beim aktuellen Preis von acht Euro wären es im Jahr knapp 2.920 Euro – der Unterschied liegt bei fast 1.400 Euro zusätzlich pro Jahr.
Das Vorhaben sieht vor, die Abgaben nicht nur für Zigaretten, sondern gleichermaßen für Feinschnitt, Zigarren(-illos), Pfeifen- und Wasserpfeifentabak, erhitzten Tabak und ausgewählte Ersatzprodukte anzuheben. Beim Feinschnitt besteht innerhalb der Koalition allerdings noch Gesprächsbedarf.
Was könnte die Erhöhung bewirken?
Der Staat selbst rechnet mit jährlichen Mehreinnahmen von rund 3,59 Milliarden Euro ab 2030. Über die gesamte Planungsperiode von vier Jahren könnten es rund 11,6 Milliarden Euro werden.
Tabakwirtschaft sowie Zoll- und Finanzgewerkschaft befürchten allerdings, dass höhere Preise Raucher verstärkt zu unversteuerten oder illegal gehandelten Zigaretten greifen lassen – was die erwarteten Steuereinnahmen schmälern und dem legalen Handel Kunden kosten könnte.