Eine Schachtel Zigaretten mit 20 Stück könnte bis 2030 auf 13,25 bis 13,80 Euro steigen. Grund ist eine geplante Erhöhung der Tabaksteuer, die Union und SPD nun verdoppeln wollen. Schon im kommenden Jahr sollen Raucher dadurch 756 Millionen Euro zusätzlich zur Sanierung des Bundeshaushalts beitragen.
Die Steuer auf Tabakwaren steigt ohnehin schrittweise. Mit der geplanten Verdoppelung soll sich der Effekt für die Staatskasse deutlich verstärken – und für Raucher an der Supermarktkasse spürbar werden.
Wie stark steigt der Zigarettenpreis konkret?
Nach dem ursprünglichen Kabinettsbeschluss sollte eine Packung ab 2027 auf rund 8,77 Euro steigen. Mit der nun geplanten verdoppelten Erhöhung läge der Preis bereits ab 2027 bei 9,15 bis 9,30 Euro. Wird die Erhöhung wie vorgesehen über vier Jahre gestaffelt, könnte eine Packung bis 2030 auf 13,25 bis 13,80 Euro klettern.
2027: ursprünglich geplant rund 8,77 Euro, mit Verdoppelung 9,15 bis 9,30 Euro.
2027: zusätzliche Staatseinnahmen von 1,523 Milliarden Euro statt der ursprünglich geplanten Summe.
2028: zusätzliche Einnahmen von 2,414 Milliarden Euro statt der ursprünglich geplanten 820 Millionen Euro.
2030: Packungspreis von 13,25 bis 13,80 Euro bei vierjähriger Staffelung.
Warum könnte die höhere Tabaksteuer ihr Ziel verfehlen?
Die Tabaksteuer brachte 2025 rund 17,6 Milliarden Euro ein. Im ersten Halbjahr 2026 lagen die Einnahmen bei rund 6,8 Milliarden Euro – trotz der bereits laufenden Steuererhöhung zeichnet sich damit ein deutlicher Rückgang ab, wie Junge Freiheit berichtet. Als möglichen Grund nennt der Bericht eine verstärkte Nutzung von Schmuggelware, die sich durch höhere Legalpreise zusätzlich lohnen könnte.
Demnach widerspricht die Entwicklung dem eigentlichen Zweck der Steuererhöhung: Sie soll dem Bundeshaushalt mehr Geld bringen, nicht weniger. Bleibt der Trend bestehen, könnte die geplante Verdoppelung der Erhöhung also höhere Preise bei gleichzeitig sinkenden Steuereinnahmen bedeuten.
Was bedeutet das für Kanzler Merz und seine Ankündigungen?
Die geplante Verdoppelung der Tabaksteuer-Erhöhung würde dieser Linie entgegenlaufen, zumindest für Raucher. Für Verbraucher bleibt vorerst offen, ab welchem Jahr die einzelnen Preisstufen tatsächlich in Kraft treten, da die endgültige gesetzliche Regelung noch aussteht.
Ein Rechtsgutachten sieht in der geplanten Gebühr Verstöße gegen EU- und Verfassungsrecht – elf Branchenverbände fordern jetzt Nachbesserungen von der Bundesnetzagentur.
Der Finanzausschuss des Bundestags hat eine Gesetzesnovelle gebilligt, die den Preis einer Zigarettenschachtel bis 2030 auf durchschnittlich 11,78 Euro treibt – Markenware könnte sogar 14 Euro kosten.