Der Finanzausschuss des Bundestags hat eine Gesetzesnovelle zur Erhöhung der Tabaksteuer gebilligt. Raucher müssen sich auf steigende Zigarettenpreise bis 2030 einstellen: Eine 20er-Packung soll dann im Schnitt 11,78 Euro kosten.
So steigen die Preise Jahr für Jahr
Markenzigaretten könnten sogar bis zu 14 Euro erreichen, derzeit liegt der Preis einer Schachtel bei 8,05 Euro. Die Erhöhung kommt in Stufen. 2027 soll eine 20er-Packung 9,10 Euro kosten, 2028 dann 9,91 Euro und 2029 bereits 10,81 Euro.
Auch Drehtabak wird teurer: Eine 30-Gramm-Packung Feinschnitt soll 2027 gut 8 Euro kosten, bis 2030 steigt der Preis auf mehr als 12 Euro. Damit verteuert sich das Rauchen über alle gängigen Produktformen hinweg spürbar.
Warum die Regierung die Steuer anhebt
Die Bundesregierung begründet die Erhöhung mit der Konsolidierung des Haushalts und dem Gesundheitsschutz. Der Bund nahm 2025 bereits 17,6 Milliarden Euro Tabaksteuer ein.
Für 2027 erwartet die Regierung zusätzliche Einnahmen von 1,5 Milliarden Euro, bis 2030 sollen es rund 4,5 Milliarden Euro mehr sein. Das Deutsche Krebsforschungszentrum stuft eine Tabaksteuererhöhung als eine der wirksamsten Einzelmaßnahmen ein, um Menschen zum Aufhören zu bewegen.
Wen die Erhöhung betrifft
Nach dem Mikrozensus 2025 liegt der Raucheranteil bei Menschen ab 15 Jahren bei 19 %. Davon rauchen 14 % regelmäßig, der Rest gelegentlich. Das Krebsforschungszentrum verweist zudem auf rund 131.000 Menschen, die 2023 in Deutschland an tabakbedingten Erkrankungen starben.
Die Sorge vor dem Schwarzmarkt
Der Verband der deutschen Rauchtabakindustrie befürchtet eine Nebenwirkung der Preiserhöhung: Sinkt der Preisabstand zwischen Feinschnitt und Fertigzigaretten, könnten Verbraucher auf den illegalen Markt ausweichen oder im EU-Ausland einkaufen, wo Tabakwaren oft deutlich günstiger sind. Diese Verschiebung würde dem Staat Steuereinnahmen entziehen, die die Novelle eigentlich erzielen soll.
Ein Rechtsgutachten sieht in der geplanten Gebühr Verstöße gegen EU- und Verfassungsrecht – elf Branchenverbände fordern jetzt Nachbesserungen von der Bundesnetzagentur.