Ein Untersuchungsbericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) kommt zu dem Schluss, dass ein Brand in einer Wiener U-Bahn der Linie U1 im November 2024 durch bessere Wartung hätte verhindert werden können. Betroffen war ein Sonderzug ohne Fahrgäste, der während der Rushhour zwischen zwei Stationen in Brand geriet. Der Schaden an der Infrastruktur wird auf 2.733.205,72 Euro beziffert.
Der Vorfall
Der Brand brach am 19. November 2024 gegen 16:37 Uhr aus, als die Fahrerin neben ihrem Zug zwischen den Stationen Taubstummengasse und Hauptbahnhof Südtirolerplatz eine Rauchwolke bemerkte und zum Bahnsteig flüchtete, während das Fahrzeug bereits in Flammen stand.
Die Feuerwehr löschte den Brand nach rund 90 Minuten, die Meldung „Brand aus“ erfolgte um 18:07 Uhr. Fünf Personen erlitten leichte Verletzungen, die Fahrerin wurde wegen eingeatmeter Rauchgase zur Kontrolle in ein Spital gebracht. Die Strecke blieb anschließend zehn Tage gesperrt.
Was der Bericht zeigt
Laut dem 81 Seiten starken Bericht der SUB löste ein Isolationsschaden an der Verkabelung einen Kurzschluss und die Brandentwicklung aus. Ein Schutzschalter, der genau das hätte verhindern sollen, löste nicht aus – nach Einschätzung der Behörde eine Folge mangelhafter Wartung.
Der Isolationsfehler gilt demnach als Langzeitmangel an den Kabeln, der bei einer Wagenwartung wenige Tage vor dem Brand hätte auffallen können: Eine B-Revision des Zuges fand laut SUB bereits eine Woche zuvor in Heiligenstadt statt. Die Behörde wirft den Wiener Linien vor, Wartungsintervalle nicht gemäß den Vorgaben des Herstellers eingehalten zu haben.
Die Kosten
Der ausgebrannte Zug hatte laut SUB nur noch einen Restwert von 89.000 Euro, ein Ersatzfahrzeug der Baureihe X schlägt mit schätzungsweise 11,4 Millionen Euro zu Buche. Zusammen mit dem Schaden an der Infrastruktur von 2.733.205,72 Euro summiert sich der geschätzte Gesamtschaden auf rund 14,1 Millionen Euro.
Folgen für Fahrgäste
Infolge des Brandes verkehrte die U1 2024 nur eingeschränkt auf den Abschnitten Oberlaa–Reumannplatz und Schwedenplatz–Leopoldau, während die dazwischenliegenden Stationen von Keplerplatz bis Stephansplatz nicht angefahren werden konnten.
Rund 270.000 Fahrgäste waren laut Wiener Linien von den Einschränkungen betroffen, als Ersatz verkehrten die Linie D auf verlängerter Strecke, die U2Z in der Nacht bis Reumannplatz sowie eine verstärkte Buslinie 13A.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.