Im Hotel Antigo Trovatore in Venedig endete ein vermeintliches Schnäppchen für Tausende Urlauber in Frust: Zwischen 6. und 7. Oktober wurden die Buchungspreise des Hauses manipuliert. Wer bei einem Venedig-Schnäppchen auf Betrug achten will, findet hier die wichtigsten Warnsignale aus dem aktuellen Fall.
Der Buchungstrick
Zimmer gingen für 15 bis 50 Euro pro Nacht weg statt der sonst üblichen 150 bis 300 Euro in der Hochsaison. Mit nur 25 Zimmern und Platz für etwa 50 Gäste zählt das Haus zu den kleineren Adressen der Stadt, war nach Angaben des Hotelbetriebs aber schon seit Monaten fast durchgehend voll belegt.
Genau in dieser Phase schleusten Unbekannte offenbar manipulierte Preise und sogar gefälschte Buchungsbestätigungen auf die Plattform, wie das Hotel mitteilt. Tausende Nutzer erhielten daraufhin scheinbar gültige Reservierungen für ein Zimmer, das es für sie gar nicht gab.
Chaos vor dem Hotel
Die ersten Gäste mit Buchungsbestätigung trafen bereits am Dienstagabend ein. Über das folgende Wochenende wuchs der Andrang: Zeitweise standen bis zu 150 Menschen gleichzeitig vor dem Haus, nach Angaben des Hotelpersonals kamen die Reisenden aus mehreren europäischen Ländern, einige sogar aus Kanada. Weil die manipulierten Buchungen keine echten Kontaktdaten enthielten, konnte das Hotel die Betroffenen vorab nicht warnen oder informieren.
Rechenbeispiel
Wie groß die Differenz tatsächlich war, zeigt ein Fall, den Hotelbetreiber Tommaso Smerghetto nennt: Ein Gast hatte drei Nächte für insgesamt 120 Euro gebucht. Zum regulären Preis von rund 300 Euro pro Nacht wären für denselben Zeitraum etwa 900 Euro fällig gewesen – ein Unterschied von 780 Euro, den es in Wirklichkeit nie gab, weil das Zimmer gar nicht zur Verfügung stand.
Was Booking.com unternimmt
Das Hotel hat inzwischen Anzeige erstattet und weitere betrügerische Buchungen nach eigenen Angaben gestoppt, wie viele Reisende aber noch unterwegs sind, weiß die Rezeption nicht.
Booking.com prüft nach eigener Darstellung derzeit verdächtige und möglicherweise rechtswidrige Vorgänge rund um den Fall und hat das Hotelangebot inzwischen von der Plattform entfernt. Außerdem kümmere sich das Unternehmen darum, betroffenen Reisenden alternative Unterkünfte zu vermitteln.
Was Betroffene jetzt tun können
Wer von einer der manipulierten Buchungen betroffen ist, soll laut Hotel sein Geld als Gutschein zurückbekommen, der innerhalb von zwölf Monaten auf der Buchungsplattform eingelöst werden kann. Eine direkte Rückzahlung oder Ersatzunterkunft vor Ort bietet das Haus selbst nicht an.
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