Der Volkswagen-Konzern hat seinen Rückruf wegen einer rostanfälligen Schraube am Lenkgetriebe deutlich ausgeweitet. Allein in Deutschland sind mehr als 1,3 Millionen Fahrzeuge betroffen, weltweit sind es rund 4,6 Millionen. Grund ist eine Schraube, die im schlimmsten Fall abreißen und die Lenkung blockieren kann.
4,6 Millionen Autos betroffen
Die erste Rückrufwelle Ende September betraf fast 900.000 VW-Fahrzeuge sowie etwa 50.000 Fahrzeuge von Audi und Seat in Deutschland. Anfang Oktober kamen 370.000 Skoda-Fahrzeuge hinzu.
Betroffen sind unter anderem die VW-Modelle Golf Sportsvan, Golf Variant, Tiguan, Touran und Caddy sowie Audi A3 und Q3 sowie Seat Ateca und Tarraco. Die Fahrzeuge basieren auf dem Modularen Querbaukasten oder dessen Weiterentwicklung MQB evo und wurden laut Volkswagen zwischen Herbst 2013 und Sommer 2026 gebaut.
Das Risiko an der Schraube
Betroffen ist konkret eine von zwei Befestigungsschrauben am Lenkgetriebegehäuse, und zwar jene, die in Fahrtrichtung gesehen rechts sitzt. In einer Mulde des Gehäuses kann sich Feuchtigkeit sammeln, wodurch die Schraube rosten kann. Reißt der Kopf der Schraube ab, kann laut Volkswagen die Lenkfähigkeit des Fahrzeugs verloren gehen. Entdeckt wurde der Fehler 2024, die betroffene Schraube wurde elf Jahre lang verbaut.
Warum zwei Termine nötig sind
Als Ersatz ist die Flanschschraube WHT 013 461 im Format M12×1,5×70 vorgesehen. Sie hat einen stärkeren Korrosionsschutz, ist länger und besitzt einen dickeren Kopf als die bisherige Schraube.
Weil diese neue Schraube derzeit noch nicht ausreichend verfügbar ist, baut Volkswagen zunächst übergangsweise die Ersatzschraube N 105 524 02 oder sogar die alte Schraube neu ein. Wer eine solche Übergangslösung erhält, muss ein zweites Mal in die Werkstatt, sobald die endgültige Schraube WHT 013 461 lieferbar ist.
Was Halter jetzt tun müssen
Betroffene Fahrzeughalter werden laut Volkswagen schriftlich über den Rückruf informiert und müssen aktiv einen Werkstatttermin vereinbaren. Ob ein Auto betroffen ist, entscheidet nicht allein Modell und Baujahr, sondern die Fahrzeug-Identifizierungsnummer. Die Instandsetzung dauert nach Angaben des Herstellers rund 30 Minuten und ist für Halter kostenlos.
Wer ungewöhnliche Geräusche aus der Vorderachse bemerkt oder Auffälligkeiten beim Lenken feststellt, sollte das Fahrzeug laut Volkswagen nicht mehr bewegen. Wird der Rückruf ignoriert, drohen der Verlust des Versicherungsschutzes und eine zwangsweise Stilllegung des Fahrzeugs.
Regionale Zahlen
Nach einer Hochrechnung sind allein in Bayern zwischen 225.000 und 240.000 Autos von dem Rückruf betroffen.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.