Marken sind aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Es ist für uns normal geworden, dass wir nicht mehr um einen Klebestift, sondern um ein Uhu bitten, um keinen pickenden Zettel, sondern um ein Post-it. Dass wir wissen, was gemeint ist, wenn jemand sagt: „Gibst du mir bitte eine Cola?” oder „eine Marlboro?” und noch vieles mehr. Doch seit wann bestimmen Marken unseren Sprachgebrauch? Warum sind gewisse Marken auch nach 100 Jahren noch erfolgreich?

Marken sind sehr komplex

Aus dem heutigen Wirtschaftsgeschehen sind Marken nicht mehr wegzudenken. Die wirtschaftliche und auch gesellschaftliche Macht ist unbestritten. Die Marke stellt den eigentlichen Wert eines Unternehmens dar.

„Marke” kommt von „markieren”

Das Wort „markieren” kommt aus dem französischen „marquer”, das ursprünglich die Bezeichnung für ein Grenzgebiet des Römischen Reiches war. Dieses Gebiet hieß im Mittelalter „Mark”. Heute versteht man unter einer Marke ein Produkt oder eine Dienstleistung, die sich von anderen Marktteilnehmern abgrenzt. Eine Marke sollte Einzigartigkeit darstellen.

Marken sind sehr komplex und erreichen einen hohen Markenwert.

Entstehung der ersten Markenartikel

Im 18. Jahrhundert wurden Händler mit Tee und Kaffee in Kisten versorgt. Besondere „Hausmischungen” sind bereits damals entstanden. Händler haben begonnen, ihren Namen oder den Namen ihrer Produktvariation auf die Kisten zu schreiben, damit diese nicht verwechselt werden. Kunden haben begonnen, vermehrt nach diesen besonderen Mischungen zu fragen. Das war der Beginn von Markenartikeln.

Die ersten geschützten Marken

Albrecht Dürers Initialen „AD” gelten als erstes deutsches geschütztes Markenzeichen. Ab dem Jahr 1476 durfte niemand mehr die alten Zeichnungen von Dürer fälschen. Die Originaldrucke waren mit „AD” gekennzeichnet. Das Unternehmen Lambertz, das im Jahr 1688 gegründet wurde, Johann Maria Farina im Jahr 1709 und Porzellan Manufaktur Meissen, gegründet im Jahr 1710, gehören zu den ersten etablierten Marken am Markt. Sie waren die ersten Unternehmen, die ihre Waren systematisch fabrikmäßig gefertigt hatten. Damit entstanden auch die ersten Massenproduktionen, sowie die ersten Markenerzeugnisse. Das war auch die Zeit, als man begann, Werbung für Produkte zu machen.

Marken werden geschützt und in ein Markenregister eingetragen.

Alte Marken gibt es auch noch heute

Johann Maria Farina stellt auch heute noch das weltbekannte EAU DE COLOGNE her, das bereits vor 300 Jahren produziert wurde. Der Ur-Enkel in fünfter Generation vertreibt das EAU DE COLOGNE nach wie vor. Im Jahr 1839 entwickelte Freiherr und Reichsrat Lothar von Faber den ersten Marken-Bleistift der Welt und kennzeichnet ihn mit A.W Faber.  In den nächsten Jahren folgten zahlreiche andere Marken wie Hoffmann’s Reisstärke, Sunlight, Coca-Cola im Jahr 1886 und Maggi im Jahr 1887. Dr. Oetker Original Backin und Wrigley’s gibt es seit 1893.

Markenartikel und Werbung

Vor dem Ersten Weltkrieg ging es mit der Wirtschaft bergauf. Menschen gewöhnten sich an den zunehmenden Wohlstand und schätzten auch die Markenartikel. Die Nachfrage stieg deutlich an. Dabei realisierte man auch sofort, dass für Marken Werbung gemacht werden musste. Die Firmen begannen, erste Mediapläne zu erstellen. Sie schrieben genau auf, wann sie in einer Zeitung ein Inserat veröffentlichten. Bei allen Artikeln handelte es sich um Luxusartikel. Die parfümierte Seife, die Pastillen und die eingepackten Pralinen waren auch in gutbürgerlichen Haushalten nicht auf der Tagesordnung, sondern definitiv etwas Besonderes.

Der Wert von Marken ist der eigentliche Unternehmenswert.

Werbung schreitet voran

Die Firmen Persil und Schwarzkopf waren die Vorreiter in der Werbung und sind auch heute noch als Unternehmen sehr präsent am Markt. Im Bereich der Haushaltsreinigung und der Körperreinigung wurde immer das gleiche Mittel eingesetzt: Kernseife. Doch die Seife führte zu Kalkablagerungen auf der Kopfhaut und machte das Haar stumpf. Schwarzkopf brachte das erste Shampoo mit schwarzem Kopf auf den Markt. Damals war dies das erste haarkosmetische Markenprodukt Deutschlands.

Marken sind erfolgreich und beliebt

Marken sorgen für wirtschaftlichen Erfolg und gelten als „Geldmaschinen”. Die Marke Apple wird heute auf knapp 100 Milliarden US Dollar geschätzt.  Marken geben Menschen Orientierung, wenn sie sich aufgrund des umfangreichen Angebots überfordert fühlen. Das Kaufverhalten wird durch Marken nachhaltig beeinflusst. Hinter jeder Marke steht ein Versprechen. Dieses bezieht sich auf die Qualität, den Nutzen sowie das Preisniveau. Die Markenstrategie eines Unternehmens wird auch in Zukunft ein bedeutender Wettbewerbsvorteil bleiben. Alles, was gehandelt wird, hat heute die Möglichkeit, zu einer Marke zu werden.