Markenreifen der Größe 205/55 R 16 91V, wie sie etwa ein VW Golf 8 1.5 TSI benötigt, kosten online deutlich weniger als im Einzelhandel. Bei vier Reifen kann die Ersparnis bis zu 240 Euro betragen. Wer beim Winterreifen sparen will, sollte aber auch Montage, Entsorgung und Reifenalter im Blick behalten.
In Deutschland gilt bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Glatteis, Schneeglätte oder Schneematsch eine situative Winterreifenpflicht. Verstöße ziehen Bußgelder und Punkte im Fahreignungsregister nach sich. Ein sicherer Zeitpunkt für den Wechsel liegt laut Reifenhändler reifen.com ab Oktober, da Winterreifen erst unter 7 Grad Celsius ihre optimale Leistung entfalten.
Was macht einen Winterreifen aus?
Winterreifen unterscheiden sich von Sommerreifen durch eine Gummimischung, die auch bei Kälte elastisch bleibt, sowie durch ein tieferes Profil mit zahlreichen Lamellen. Die Rillen und Kanäle leiten Wasser und Schneematsch ab und verhindern so Aquaplaning. Erkennbar sind sie an der Kennzeichnung M+S, die für Matsch und Schnee steht.
Dafür haben sie einen höheren Rollwiderstand als Sommerreifen, was den Kraftstoffverbrauch leicht erhöhen kann, und erzeugen tendenziell mehr Fahrgeräusche. Ganzjahresreifen gelten als Kompromiss, bieten bei extremen winterlichen Bedingungen aber nicht dieselbe Sicherheit und eignen sich vor allem für Regionen mit milden Wintern.
Worauf sollten Käufer beim Online-Kauf achten?
Der Bremsweg kann je nach Reifenqualität um bis zu 18 Meter variieren, ein hochwertiger Reifen kann gegenüber einem schlechteren Modell bis zu 0,5 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer sparen. Deshalb lohnt sich ein Blick auf das EU-Reifenlabel, das Rollwiderstand, Nasshaftung und Geräuschentwicklung ausweist.
Wichtig ist außerdem die DOT-Nummer auf der Reifenflanke: Sie zeigt das Produktionsdatum. Neue Reifen sollten nicht älter als zwei Jahre sein.
- Reifengröße vorab beim Fahrzeugschein oder im Reifenshop prüfen
- EU-Label auf Rollwiderstand und Nasshaftung checken
- DOT-Nummer auf Produktionsalter unter zwei Jahren kontrollieren
- Gesamtkosten inklusive Montage und Entsorgung vergleichen
Was kommt zum Reifenpreis noch dazu?
Wer online kauft, braucht für die Montage eine Werkstatt. Partnerwerkstätten von Online-Händlern berechnen für Montage, Auswuchten und neue Ventile zwischen 15 und 25 Euro pro Reifen. Für die Entsorgung der alten Reifen kommen weitere 3 bis 5 Euro pro Stück hinzu.
In Summe liegen die Gesamtkosten für vier Winterreifen inklusive Montage und Entsorgung über dem reinen Online-Reifenpreis, bleiben aber weiterhin günstiger als der Kauf im Fachhandel ohne Montage.
Wer die Sommerreifen nicht selbst lagern kann, zahlt in der Werkstatt zusätzlich 50 bis 130 Euro pro Saison für die Einlagerung.
Rechenbeispiel
Vier Markenreifen kosten online 360 Euro statt 600 Euro im Fachhandel. Dazu kommen Montage von 60 bis 100 Euro (15 bis 25 Euro je Reifen) und Entsorgung von 12 bis 20 Euro (3 bis 5 Euro je Reifen). Damit ergeben sich Gesamtkosten von 432 bis 480 Euro für vier Reifen inklusive Service – gegenüber einem Fachhandelspreis von 600 Euro allein für die Reifen bleibt immer noch eine Ersparnis von gut 120 bis 170 Euro.
Wann müssen Reifen gewechselt werden?
Sommerreifen sollten von Ostern bis Oktober gefahren werden. Winterreifen gelten ab einem Restprofil von vier Millimetern als erneuerungsbedürftig, bei Sommerreifen liegt die Grenze bei drei Millimetern. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 Millimeter. Unabhängig vom Profilzustand gilt: Nach acht bis zehn Jahren sollten Reifen ausgetauscht werden.
Wer einzelne Modelle vergleichen will, findet etwa den Dunlop Winter Response 2 für 73,86 Euro, den Apollo Alnac 4 G Winter für 47,05 Euro oder den Hankook Winter i*cept RS3 W462 für 57,48 Euro – Preisunterschiede, die sich bei vier Reifen schnell auf mehrere Dutzend Euro summieren.
Wer jetzt noch auf Sommerreifen unterwegs ist, sollte den Wechsel vor dem ersten Frost einplanen und Angebote mehrerer Online-Händler vergleichen, bevor die Werkstätten vor der kalten Jahreszeit ausgebucht sind.