Ab dem 1. Juli 2027 müssen Käufer von Limonade, Energydrinks und anderen stark gezuckerten Getränken mit höheren Preisen rechnen. Die Bundesregierung hat den Entwurf für eine Zuckersteuer auf den Weg gebracht, die Getränke ab einem bestimmten Zuckergehalt betrifft. Die Regierungsfraktionen bringen den Entwurf nun in den Bundestag ein.
Die Höhe der Steuer hängt vom Zuckergehalt ab
Getränke mit fünf bis unter acht Gramm Zucker je 100 Milliliter werden künftig mit 26 Cent je Liter besteuert. Bei acht Gramm oder mehr Zucker steigt der Aufschlag auf 32 Cent je Liter. Betroffen sind neben klassischen Limonaden auch Softgetränke, Fruchtnektare, Saftkonzentrate, Sirupe sowie Energydrinks und Konzentrate, die in der Gastronomie verwendet werden.
Warum die Bundesregierung die Abgabe einführt
Die Bundesregierung orientiert sich bei der Abgabe an der Reformempfehlung Nummer 66 der Finanzkommission Gesundheit. Ziel ist es, Herstellern einen Anreiz zu geben, Rezepturen mit weniger Zucker auf den Markt zu bringen.
Die Finanzkommission verweist dabei auf die britische Herstellerabgabe, die nachweislich zu einer Reformulierung vieler Produkte geführt hat. Die Mehreinnahmen aus der deutschen Zuckersteuer sollen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung verwendet werden.
Diese Getränke bleiben von der Steuer verschont
Nicht jedes Getränk ist betroffen: Mehrere Kategorien sind von der neuen Abgabe ausgenommen. Das betrifft vor allem Produkte, die als Alternativen zu klassischer Limonade gelten oder aus Gründen der Verhältnismäßigkeit herausgenommen wurden.
Alkoholische Getränke sind von der Zuckersteuer ausgenommen.
Alkoholfreies Bier, alkoholfreier Wein sowie Milch-, Hafer- und Reisdrinks zahlen keinen Aufschlag.
Reine Frucht- und Gemüsesäfte sowie mit Süßungsmitteln gesüßte Getränke bleiben steuerfrei.
Betriebe, deren Jahresproduktion 70.000 Liter nicht übersteigt, sind von der neuen Regelung ausgenommen.
Eine weitere Befreiung bis zu einer Million Liter Jahresproduktion ist geplant, steht aber unter dem Vorbehalt der EU-Kommission.
Neun Unionsminister protestieren gegen die Pläne
Unter den Unterzeichnern finden sich neben der bayerischen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber auch CDU-Minister aus Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Sie argumentieren, dass die Abgabe auf staatliche Lenkung setze und den Kauf bestimmter Lebensmittel unnötig belaste.
Was das für Einkäufer bedeutet
Wer regelmäßig zu Limonade oder Energydrinks greift, sollte sich auf höhere Preise ab Mitte 2027 einstellen. Wer die Abgabe umgehen will, kann schon jetzt auf Alternativen ohne Zuckerzusatz, reine Fruchtsäfte oder mit Süßungsmitteln gesüßte Varianten ausweichen, die von der Steuer nicht betroffen sind.
Bis zur endgültigen Verabschiedung im Bundestag kann sich am Gesetzentwurf noch etwas ändern, insbesondere mit Blick auf den politischen Widerstand aus der Union.
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