Beim dritten Zukunftsforum Ramsau trafen sich am 30. September und 1. Oktober 2026 Entscheiderinnen und Entscheider aus Wirtschaft, Wissenschaft und Sport. Unter dem Leitspruch „Die Champions der Zukunft sind Wir! No Risk – No Success!“ debattierten die Vortragenden über den Umgang mit technologischem Wandel. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie viel Risiko Unternehmen angesichts Künstlicher Intelligenz eingehen sollten.
- An der Veranstaltung beteiligten sich den Veranstaltern zufolge rund 300 Entscheidungsträger, 52 Vortragende und etwa 50 internationale Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Sport.
- Christoph Burkhardt, Unternehmer und KI-Stratege mit Sitz in San Francisco, eröffnete das Forum am ersten Tag.
- Laura Bornmann stellte eine Studie vor, wonach weltweit nur 9 % der Mitarbeitenden ihren Beruf mit echter Leidenschaft ausüben.
- Als Beispiel für kalkuliertes Risiko nannten Teilnehmende die Post AG, die in 20 Jahren in 15 Länder expandiert ist.
Die Ausgangslage beim Zukunftsforum Ramsau: Sicherheit allein reicht nicht mehr
Die Veranstalter Michaela Stadler, Christoph Stadler und Anton Schutti vertreten die Ansicht, dass Sicherheit allein angesichts technologischer Umbrüche nicht ausreiche, um Chancen zu nutzen. Bankvorstand Oliver Kröpfl sieht die Gefahr, dass Diskussionen über Künstliche Intelligenz zu laut werden, und nennt die Geschwindigkeit der Veränderung als entscheidende Frage. Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk fordert einen pragmatischen Zugang zu KI und warnt zugleich, dass viele Berufe durch die Technologie verschwinden werden.
Den organisatorischen Rahmen für die Gespräche bildete laut Veranstaltern ein zweitägiges Programm: Zum Auftakt wanderten die Teilnehmenden zum höchstgelegenen Briefkasten der Region auf 1.955 Metern Seehöhe, ehe am 29. September ein Sportgipfel mit dem Titel „Mehr als Bewegung – warum Sport ein Schlüssel für Österreichs Zukunft ist“ stattfand, der im Fernsehen live übertragen wurde.
Was gegen reine Risikofreude sprach
Nicht alle Redner plädierten für unbegrenztes Wagnis. COO Franz Mathi betonte, dass im Wirtschaftsleben keine unkalkulierbaren Risiken eingegangen werden dürfen. Investmentmanager Michael Krammer warnte, blindes Riskieren ohne Abschätzbarkeit sei verantwortungslos, und mahnte Vorkehrungen für ein mögliches Scheitern an.
Auch politisch zeigte sich Vorsicht: Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl betonte, dass zwischenmenschliche Beziehungen trotz Künstlicher Intelligenz an Bedeutung behalten würden, sah zugleich aber Fake News während Wahlkämpfen als große Gefahr für die Politik.
Wie Top-Entscheider den Wandel im Alltag angehen
KI-Stratege Christoph Burkhardt beschrieb, dass Künstliche Intelligenz zwar viele Entscheidungen treffe, die letzte Verantwortung aber beim Menschen bleibe. Er unterschied zwischen KI-Denken in Wahrscheinlichkeiten und menschlichem Denken in Möglichkeiten. Konzerne wie BMW, Allianz, Pfizer, Intel, Merck, Lufthansa und Siemens greifen den Veranstaltern zufolge auf sein Wissen zurück, wenn es um den strategischen Einsatz von KI geht.
Chefredakteur Clemens Schwaiger sieht die technologische Beschleunigung als Gefahr für die journalistische Qualität, geht aber davon aus, dass Leser längerfristig erkennen werden, dass KI-generierte Texte nicht spannend genug sind. HR-Expertin Laura Bornmann, die bereits mit 28 Jahren die Personalentwicklung von 18.000 Mitarbeitern bei REWE verantwortete, beschrieb die aktuelle Phase als besonders, weil Technologie erstmals menschliche Intelligenz ersetzen könnte. Der zweite Forumstag startete um 7 Uhr mit dem gemeinsamen Outdoor-Format „run4future“, einem Sunrise Management Walk oder Lauf.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.