Das Münchner Robotik-Unternehmen RobCo hat durch einen Aktienverkauf über 40 Millionen Dollar eine Bewertung von über einer Milliarde Dollar erreicht. Damit zählt RobCo zu den deutschen Einhörnern. Mitgründer und Geschäftsführer Roman Hölzl bezeichnet den Schritt als bedeutenden Meilenstein für das 2020 gegründete Unternehmen.
Die Bewertung
Die neue Finanzierungsrunde erweitert eine bestehende Runde um 40 Millionen Dollar und umfasst sowohl neue als auch bereits ausgegebene Anteile. Damit hat sich die Bewertung von RobCo seit Anfang 2026 verdoppelt: Nach der Serie-C-Runde im Januar lag sie bei 500 Millionen Dollar, nun überschreitet sie erstmals die Schwelle von einer Milliarde Dollar. Insgesamt hat RobCo damit knapp 200 Millionen Dollar an Kapital eingesammelt.
Die Ausgangslage
Gegründet wurde das Unternehmen 2020 von einer Gruppe von Wissenschaftlern der Technischen Universität München. Der erste Roboter kam Anfang 2022 auf den Markt, und mittlerweile zählt das Unternehmen nach eigenen Angaben über 1.000 verkaufte Roboter bei Industriekunden. Zu den Abnehmern zählt der Autobauer BMW. Im Zentrum der aktuellen Entwicklung steht Alfie, ein zweiarmiger autonomer Produktionsroboter mit integrierter KI, der eigenständig neue Aufgaben erlernen kann. Prototypen laufen bereits im Probebetrieb bei Kunden, die offizielle Vorstellung ist für März geplant.
Was dagegen sprach
RobCo bewegt sich in einem Markt mit starker Konkurrenz. Als Konkurrenten im Bereich autonomer Industrieroboter gelten hierzulande auch die Start-ups Agile Robots und Neura Robotics, die ihrerseits auf Bewertungen in Milliardenhöhe zusteuern. Hinzu kommt die Frage der geografischen Ausrichtung: RobCo erzielt derzeit 70 % seines Geschäfts in Europa, während der US-Markt nach Einschätzung von Hölzl in absoluten Zahlen größer ist und schneller wächst als der europäische.
Wie es umgesetzt wurde
Im Januar sammelte RobCo in der Serie-C-Runde 100 Millionen Dollar ein, unter anderem von der Wagniskapitalsparte von Volkswagen und der Agnelli-Familienbeteiligung Lingotto. Bei der aktuellen Runde treten mit Cherry Ventures und European Tech Collective zwei neue Investoren hinzu, während Sequoia Capital, Lightspeed Venture Partners und Lingotto als bestehende Geldgeber engagiert bleiben. Ein Großteil der verkauften Aktien stammt dabei von langjährigen Mitarbeitern, die im Rahmen der Runde erstmals Firmenanteile veräußern können. Parallel verstärkt RobCo den Fokus auf die USA: Hölzl selbst zieht dorthin, um die Expansion persönlich voranzutreiben. Der Hauptproduktionsstandort bleibt jedoch Deutschland, einzelne Produkte für den US-Markt werden in einem Werk in Texas montiert.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.