Sodastream musste nicht lange suchen, um die DACH-Spitze dauerhaft zu besetzen: Nach 9 Monaten als kommissarischer Leiter übernimmt Daniele Tarantino nun fest den Posten des General Managers für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der der Konzern seine Marke komplett neu ausrichtet.
Vor der Beförderung war Tarantino Finanzchef für den DACH-Raum bei Sodastream. Davor sammelte er laut Unternehmensangaben langjährige Erfahrung in kaufmännischen und vertrieblichen Führungspositionen bei Nestlé.
Die Ausgangslage
Sodastream befand sich bereits mitten in einer Transformation, als Tarantino die Interimsrolle übernahm. 2026 stellte das Unternehmen einen neuen Markenauftritt unter dem Versprechen „drink better“ vor. Dazu kamen Produktneuheiten wie die Drink Mixes und der Getränkesprudler Sodastream Ultimate Multi-Drink.
Nach dieser Umstellung positioniert sich Sodastream nicht mehr als Nischenprodukt, sondern als Getränkemarke für die gesamte Bevölkerung. Genau in dieser Phase musste die DACH-Region einen Chef bekommen, der die Richtung weiterträgt.
Was dagegen sprach
Ein externer Kandidat mit nachweisbarer Erfolgsbilanz im Markenaufbau hätte näher gelegen als ein interner Finanzmann ohne Marketing-Hintergrund. Konkrete Umsatz- oder Absatzzahlen für die DACH-Region hat Sodastream zur Personalie nicht genannt.
Auch die Bewährungsprobe der neuen Markenstrategie steht noch aus: Weder zu den Drink Mixes noch zum Ultimate Multi-Drink liegen bislang Verkaufszahlen vor, an denen sich der Erfolg der Transformation messen ließe.
Wie es umgesetzt wurde
Sodastream setzte stattdessen auf Kontinuität und investiert nach eigenen Angaben in den Ausbau der Organisation im DACH-Raum. Vorgesehen ist dabei, einzelne Funktionen gezielt zu stärken und zu spezialisieren sowie Zuständigkeiten klar festzulegen.
Kommerziell ausgerichtete Kompetenzen sollen gezielt ausgebaut werden. Tarantino selbst betont, dass die Zusammenarbeit mit dem Handel ein zentraler Bestandteil der Wachstumsstrategie bleibt. Chief Commercial Officer Tim Tarasov würdigt Tarantinos bisherigen Beitrag zur Entwicklung des DACH-Geschäfts und seine Arbeit als Interim-Manager.
Was andere daraus lernen können
- Ein interner Kandidat mit Finanz- und Vertriebserfahrung kann in einer Transformationsphase mehr Stabilität bringen als ein unbekannter externer Name.
- Eine Interimszeit lässt sich nutzen, um Führungskompetenz im laufenden Betrieb zu testen, bevor eine Position dauerhaft vergeben wird.
- Eine neue Markenpositionierung – hier für die breite Bevölkerung statt eine Nische – verlangt klar definierte Verantwortlichkeiten, bevor sie wirkt.
- Die Partnerschaft mit dem Handel bleibt für Konsumgüterkonzerne ein zentraler Hebel, den auch neue Führungskräfte zuerst adressieren.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.