Viele Haushalte heizen unbewusst falsch und zahlen dadurch mehr, als nötig wäre. Energieexperten nennen gekippte Fenster, falsch eingestellte Thermostate und eine ungünstige Nachtabsenkung als häufigste Ursachen. Wer diese Fehler erkennt, kann beim Heizen Heizkosten sparen, ohne zu frieren.
Mit Beginn der Heizsaison lohnt sich ein Blick auf die eigenen Gewohnheiten. Schon kleine Änderungen bei Lüftung und Thermostat wirken sich spürbar auf den Energieverbrauch aus.
Warum treiben gekippte Fenster die Heizkosten hoch?
Ein dauerhaft gekipptes Fenster lässt kalte Luft eindringen, während das Thermostatventil ununterbrochen nachregelt. Dadurch steigt der Energieverbrauch deutlich. Richtig gelüftet wird stattdessen, indem das Thermostat zunächst ganz geschlossen wird, anschließend die Fenster für wenige Minuten weit geöffnet werden und danach wieder vollständig geschlossen bleiben.
Ein verbreiteter Irrtum betrifft auch das Thermostat selbst: Wird es höher gedreht, erreicht der Raum die gewünschte Temperatur dadurch nicht schneller. Die Heizung regelt lediglich bis zu einer höheren Zieltemperatur. Stufe 3 an einer Zentralheizung entspricht in der Regel 20 bis 21 Grad Celsius, Stufe 5 führt zu rund 28 Grad Celsius im Raum.
Türen zu ungenutzten Zimmern sollten geschlossen bleiben, damit kühle Luft nicht durch die Wohnung zieht. Wer Fenster zu lange offen lässt oder das Schließen vergisst, kühlt zudem die Außenwände aus – das begünstigt Schimmelbildung.
Welche Rolle spielt die Nachtabsenkung?
Ob sich eine Nachtabsenkung lohnt, hängt vom Heizsystem ab. Bei Gas- oder Ölheizungen mache sie laut dem Energieexperten Christian Zarmstorf üblicherweise Sinn und spare Energie. Bei Wärmepumpen und Brennwertheizungen rät Zarmstorf hingegen davon ab, da eine hohe Vorlauftemperatur nötig ist, um ausgekühlte Räume wieder aufzuwärmen.
Auch grundsätzlich sollte die Heizung nachts nicht vollständig abgeschaltet werden.
Was hilft gegen hohe Vorlauftemperatur und Schimmel?
Wer tagsüber zu Hause ist, sollte mehrmals täglich für wenige Minuten lüften. Durchzug über ein gegenüberliegendes Fenster beschleunigt dabei den Luftaustausch. Trocknet Wäsche in der Wohnung, sollte die Heizung nicht heruntergedreht werden: Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte, und pro Waschladung verdunsten mehrere Liter Wasser.
Vor Beginn der Heizsaison lohnt sich zudem ein technischer Check. Dazu gehören folgende Punkte:
- Prüfen, ob ausreichend Wasser im Heizsystem vorhanden ist und Heizkörper entlüftet werden müssen.
- Alte Thermostate kontrollieren und bei Bedarf austauschen, rät der Fachmann Klaus-Jürgen Edelhäuser, wenn die eingestellte Temperatur nicht erreicht wird.
- Die Heizkurve optimal einstellen, da sie die nötige Heizwassertemperatur je nach Außentemperatur bestimmt.
- Eine zu hoch eingestellte Vorlauftemperatur vermeiden, da sie laut Christian Zarmstorf unnötig Energie verbraucht.