Das Hamburger Unternehmen SirenSpot hat sich gegen das übliche Geschäftsmodell der Creator Economy entschieden: Statt auf Vermittlung durch Agenturen setzt Gründer Olivier Jacob auf eine datengestützte Suchmaschine, die Creator-Profile plattformübergreifend vergleichbar macht. Das Ergebnis ist eine Analyseplattform, die Zielgruppenmetriken, Content-Kategorien, Reichweitenentwicklungen und Preisindikatoren in einem System bündelt.
Die Entscheidung
Jacob begründet den Schritt damit, dass Transparenz und datenbasierte Entscheidungen die Zukunft der Creator Economy seien. Statt einzelne Profile manuell zu prüfen, können Nutzer über Filtersysteme gezielt nach Metriken suchen und Angebote direkt gegenüberstellen. SirenSpot indexiert dafür strukturierte Profildaten, demografische Einblicke und Preisindikatoren.
Unsicherheit in der Creator Economy
Die Ausgangslage zeigt, warum ein solches Werkzeug gefragt ist. Laut einer Übersicht der Online-Enzyklopädie Wikipedia monetarisieren Inhaltsschaffende ihre Arbeit über Werbung, Sponsorings, Produktverkäufe, Crowdfunding und Abonnements. Sie nutzen Plattformen als Infrastruktur, um ihr Publikum direkt zu erreichen, ohne auf traditionelle Vermittler angewiesen zu sein. Die Branche reicht demnach von Influencern über YouTuber und Blogger bis zu Online-Educators und Podcastern. Den Begriff Creator prägte YouTube 2011, um ihn statt YouTube Star zu verwenden.
Zweifel an der Nische
Was gegen ein Projekt wie SirenSpot sprach, liegt in den Zahlen der Branche selbst: Demnach verdient die überwiegende Mehrheit der Inhaltsschaffenden kein Geld mit ihren Werken, und nur 0,1 Prozent können tatsächlich von ihren Kanälen leben. Der Großteil der Einnahmen aus Inhaltsschaffung fließt an die Plattformen selbst, nicht an die Creator. In einem derart ungleich verteilten Markt eine eigene Suchmaschine aufzubauen, galt als riskant, weil belastbare Vergleichsdaten für viele Profile schlicht fehlten.
Technik statt Bauchgefühl
Umgesetzt hat SirenSpot die Idee über eine klare technische Trennung: Die Plattform unterscheidet werbliche Daten von neutralen Metriken und stellt dadurch sicher, dass Kennzahlen nicht mit bezahlter Reichweite vermischt werden. Ein weiteres Merkmal ist die Fokussierung auf verifizierte Profile und einheitliche Qualitätsstandards, mit denen sich Anfragen und Kooperationen schneller einordnen lassen. Plattformen wie TikTok, Snapchat, YouTube und Facebook haben eigene Fonds eingerichtet, um Inhaltsschaffende zu bezahlen; SirenSpot setzt dagegen auf eine unabhängige Vergleichsebene außerhalb einzelner Netzwerke.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.