In Österreich gilt seit dem 1. November 2026 wieder die situative Winterreifenpflicht. Sie bleibt bis zum 15. April 2027 gültig und kommt immer dann zur Anwendung, wenn sich Schnee, Schneematsch oder Eis auf der Straße befindet. Wer dann mit ungeeigneten Reifen unterwegs ist, riskiert ein Verkehrssicherheitsproblem, selbst wenn das Profil noch die gesetzliche Mindesttiefe erreicht.
Die Regel klingt bekannt, trotzdem lohnt sich ein genauer Blick auf Fahrzeuggewicht, Profiltiefe und Alternativen wie Schneeketten. Der ÖAMTC weist zudem darauf hin, dass die gesetzlichen Mindestwerte allein keine Sicherheit garantieren.
Wen betrifft die Pflicht und wann greift sie?
Die situative Winterausrüstungspflicht gilt für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen sowie für Mopedautos. Als wintertauglich gelten Reifen mit M+S-Kennzeichnung oder Alpine-Symbol, also dem sogenannten Alpinsymbol mit Sternflocke. Die Pflicht ist an die Witterung gekoppelt: Nur wenn die Fahrbahn tatsächlich winterlich ist, müssen die passenden Reifen montiert sein.
Wichtig für Fahrzeughalter sind dabei folgende Eckdaten:
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt bei Radialreifen bei 4 Millimetern und bei Diagonalreifen bei 5 Millimetern.
Sommerreifen mit montierten Schneeketten auf mindestens zwei Antriebsrädern sind gesetzlich erlaubt.
Der Einsatz von Schneeketten auf Sommerreifen ist nur dann zulässig, wenn die Fahrbahn weitgehend geschlossen mit Schnee oder Eis bedeckt ist.
Der ÖAMTC stuft Schneeketten auf Sommerreifen nicht als gleichwertigen Ersatz für echte Winterreifen ein.
Warum reichen vier Millimeter Profil nicht aus?
Die gesetzliche Mindesttiefe von vier Millimetern gilt zwar als ausreichend, um die Winterreifenpflicht formal zu erfüllen. Laut ÖAMTC zeigen Reifen mit genau dieser Restprofiltiefe aber bereits einen deutlichen Sicherheitsverlust. Grund sind die Lamellen im Reifenprofil, die mit sinkender Profiltiefe weniger Wasser verdrängen können.
Konkret verlieren Winterreifen mit vier Millimetern Restprofil auf nasser Fahrbahn durchschnittlich bis zu 25 Prozent ihrer Leistung bei der Wasserverdrängung im Vergleich zu neuen Modellen.
Der ÖAMTC empfiehlt deshalb, zu Saisonbeginn nicht unter fünf bis sechs Millimeter Profiltiefe zu fahren. Gerade bei Temperaturen im einstelligen Bereich in der Früh und auf nassen Straßen bieten Winterreifen laut ÖAMTC generell besseren Grip als andere Modelle.
Auch die Qualität neuer Reifen variiert stark: In einem aktuellen ÖAMTC-Winterreifentest schnitten nur 6 von 32 getesteten Modellen mit der Note „gut“ ab.
Ein Tief brachte am Wochenende rund um Allerheiligen Schnee bis auf 1.000 Meter Seehöhe – in Österreich gilt seit 1. November zudem die situative Winterreifenpflicht.
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