Die Dekokette Depot schließt bis spätestens 31. Jänner 2027 alle 24 Filialen in Österreich. Rund 140 Beschäftigte verlieren dadurch ihren Arbeitsplatz, ein Sozialplan ist nicht vorgesehen. Grund dafür ist die Pleite der deutschen Mutterfirma GDC Deutschland, die ihren Betrieb schon Ende September 2026 eingestellt hatte.
Für Depot in Österreich ist es die zweite Krise innerhalb weniger Jahre. Schon 2024 hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet und danach die Zahl der Geschäfte von ursprünglich 49 auf weniger als 30 reduziert, damals verloren bereits mehr als 100 Mitarbeiter ihren Job.
Die Mitarbeiter in Österreich wurden am 27. Oktober 2026 über das endgültige Aus informiert, nach 17 Jahren am heimischen Markt. Als Gründe nennt das Unternehmen den wachsenden Online-Handel, sinkende Kaufbereitschaft und die Konkurrenz durch Discounter mit deutlich niedrigeren Preisen.
140 Jobs fallen bis Jänner 2027 weg, Gutscheine bleiben gültig
Wer noch einen Depot-Gutschein besitzt, kann ihn bis zum Betriebsende einlösen. Geschäftsführer Christian Gries zeigte sich zuversichtlich, dass alle betroffenen Beschäftigten anderswo eine neue Stelle finden werden. Geplant sind außerdem ein reguläres Weihnachtsgeschäft und umfangreiche Abverkaufsaktionen mit Rabatten in den echten Filialen, bevor diese endgültig zusperren.
Betrüger kopieren Depot mit gefälschten Online-Shops
Genau diese Ankündigung machen sich Kriminelle zunutze. Über Facebook, Instagram und X kursieren seit Anfang November 2026 gefälschte Depot-Online-Shops mit extremen Rabatten und angeblichen Räumungsverkäufen.
Dabei betreibt Depot keine offiziellen Online-Shops für Restposten oder Räumungsverkäufe, wie das Unternehmen klarstellt. Der einzige offizielle Shop lief ausschließlich unter der Adresse depot-online.de und wurde bereits Ende September 2026 geschlossen.
Watchlist Internet stieß dabei auf einen betrügerischen Shop mit der Adresse depot-sale.top, der Servietten, Kerzen und andere Dekoartikel für nur 60 Cent bis 1,40 Euro anbot, weit unter den sonst üblichen Preisen im Handel.
Die Seite wurde erst am 5. Oktober 2026 registriert, verwendete aber das bekannte Depot-Logo und ein ähnliches Sortiment wie die echte Kette. Links auf der Seite führten sogar zu den offiziellen Depot-Profilen in sozialen Netzwerken, was zusätzlich Seriosität vortäuschen sollte.
Das Ausmaß ist nach Angaben von Watchlist Internet beträchtlich: Allein im Oktober 2026 fand die Organisation in der Meta-Werbebibliothek etwa 90 Werbeanzeigen für betrügerische Depot-Stores, die gezielt für Österreich geschaltet wurden. Wer auf eine solche Anzeige klickt, landet auf einer täuschend echten Kopie der Marke, die auf schnelle Kaufentscheidungen durch vermeintlich einmalige Schnäppchen setzt.
Erkennbar sind solche Fake-Shops oft an sehr jungen Domains, an Preisen, die deutlich unter jedem realistischen Niveau liegen, sowie an fehlenden Kontaktdaten oder einem Impressum. Wer unsicher ist, prüft am besten direkt über die offiziellen Social-Media-Kanäle von Depot, ob ein Online-Angebot tatsächlich vom Unternehmen stammt.
Was Betroffene jetzt tun können
Wer bereits auf einen gefälschten Shop hereingefallen ist, hat bei Zahlung per Kreditkarte die Möglichkeit, eine Rückbuchung bei der eigenen Bank oder dem Kartenunternehmen zu beantragen. Bei Zahlungen über den Dienstleister Stripe gilt derselbe Weg: Betroffene sollten sich direkt an ihre Bank oder ihr Kreditkartenunternehmen wenden.
Ein offizieller Online-Shop für Restposten oder Räumungsverkäufe existiert nicht.
Fake-Shops wie depot-sale.top locken mit Preisen weit unter dem Marktniveau.
Bei Betrug per Karte oder Stripe hilft eine Rückbuchung über die eigene Bank.
Für Schnäppchenjäger bedeutet das: Echte Rabatte gibt es nur in den noch geöffneten Depot-Filialen bis zur endgültigen Schließung Ende Jänner 2027, nicht in einem Online-Shop. Wer vor dem Kauf kurz die Herkunft einer Werbeanzeige prüft, schützt sich vor einem teuren Griff ins Leere.
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