Nach Halloween 2026 ermittelt die Polizei in Österreich wegen Nadeln und Metallteilen in Süßigkeiten, die Kinder beim Sammeln erhalten hatten. Insgesamt wurden acht Fälle in vier Bundesländern bekannt, vier davon allein in der Steiermark. Verletzt wurde dabei bislang ein Kind.
Verletzung in Amstetten
Im Bezirk Amstetten in Niederösterreich biss eine Zehnjährige in eine Minischokolade und verletzte sich leicht im Mund an einer darin versteckten Nadel. Es ist der bislang einzige bekannte Fall mit einer Verletzung.
Am Abend des 31. Oktober 2026, zwischen 18 und 20 Uhr, war eine Elfjährige im Ort Vöcklamarkt in Oberösterreich von Tür zu Tür gezogen, um Süßigkeiten zu sammeln; in einem Kaubonbon und in einem Schokoriegel fanden sich danach Nadeln, in die das Mädchen schon hineingebissen hatte, ohne sich dabei zu verletzen. Die Mutter erstattete am 2. November 2026 Anzeige.
Auch in Linz-Oed wurde ein Vater fündig: In mehreren Schokoriegeln und Kaubonbons steckten rund einen Zentimeter lange Nägel, die von außen teilweise nicht zu erkennen waren. In der Steiermark, in den Bezirken Weiz und Leibnitz, gingen am 2. November 2026 vier Anzeigen wegen Heftklammern und weiterer Metallteile in Schokolade ein.
Ermittlungsgruppe „Treat“
Das Bundeskriminalamt hat wegen der Häufung eine eigene Ermittlungsgruppe mit dem Namen „Treat“ Eingerichtet. Nach bisherigem Erkenntnisstand der Behörde gibt es keine Hinweise darauf, dass die acht österreichischen Fälle miteinander in Verbindung stehen. Ob Einzeltäter, Nachahmungstaten oder ein koordiniertes Vorgehen dahinterstecken, ist weiterhin ungeklärt.
Die Polizei hält es für denkbar, dass die präparierte Ware über offene Schalen verbreitet wurde, die manche Anwohner zum Naschen vor ihre Haustür gestellt hatten, damit sich Kinder dort selbst bedienen konnten. Die Herkunft der präparierten Stücke und die Identität möglicher Täter sind bislang in keinem Fall geklärt.
Vorfälle in Europa
Die Fälle in Österreich sind kein Einzelphänomen: Auch aus Deutschland wurden Kinder gemeldet, die sich an versteckten Nadeln in Süßigkeiten verletzten. Ähnliche Vorfälle gab es zudem aus Ungarn, Norwegen, Dänemark, Irland und Kanada. Die österreichischen Behörden stehen deshalb mit internationalen Ermittlungsstellen im Austausch.
Rat der Polizei
Eltern sollten gesammelte Süßigkeiten vor dem Essen genau prüfen und dabei besonders auf beschädigte Verpackungen sowie versteckte Fremdkörper achten, rät die Polizei. Auffällige Stücke gehören zusammen mit der Verpackung aufbewahrt, die Polizei sollte darüber informiert werden.
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