In der Nacht zum 1. November 2026 haben Eltern in mehreren deutschen Bundesländern und in Österreich Nadeln, Schrauben und Nägel in Süßigkeiten ihrer Kinder entdeckt. Die Polizei geht in den meisten Fällen von absichtlicher Manipulation aus. In einem Fall in Niedersachsen wurde ein Kind durch einen präparierten Schokoriegel verletzt.
Die Häufung an Funden in einer einzigen Nacht bezeichnet die Polizei als sehr auffällig. Gemeldet wurden Fälle in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Bremen, Schleswig-Holstein sowie in mehreren Regionen Österreichs.
Wo wurden präparierte Süßigkeiten gefunden?
Die Funde reichen von einzelnen Einstichen bis zu mehreren manipulierten Packungen pro Ort. Besonders auffällig waren vier Beispiele aus unterschiedlichen Regionen:
In Filderstadt steckten Nadeln in Milch-Haselnuss-Schnitten, die von außen nicht sichtbar waren und erst mit einem Magneten entdeckt wurden.
In Landshut wurden Schrauben in Kaubonbons und Schokoriegeln gefunden.
Im Kreis Konstanz enthielten einzeln verpackte Waffelschnitten metallische Fremdkörper.
In Linz-Oed in Österreich steckten in mehreren Schokoriegeln und Kaubonbons rund ein Zentimeter lange Nägel, teilweise ebenfalls von außen nicht erkennbar.
In Essen wurden in einem Schokoriegel Einstichstellen in der Verpackung sowie in anderen Stadtteilen Metallstifte in einem weiteren Schokoriegel und in Weingummi entdeckt. Auch im Bezirk Vöcklabruck in Oberösterreich fanden sich in einem Kaubonbon und einem Schokoriegel Nadeln, die beim Sammeln am Abend des 31. Oktober 2026 ausgegeben worden waren.
Wie reagiert die Polizei auf die Funde?
In Deutschland und Österreich haben die zuständigen Polizeidienststellen Ermittlungen aufgenommen. Hinweise auf mögliche Täter liegen der Polizei bislang nicht vor. In der Steiermark bestätigte die Polizei mehrere Anzeigen gegen unbekannte Täter, dort wurden vier Fälle von manipulierten Süßigkeiten gemeldet, unter anderem Heftklammern in einer Schokolade.
Ob zwischen den Funden in den verschiedenen Regionen Deutschlands ein Zusammenhang besteht, ist nach Angaben der Polizei völlig unklar. Auch ein möglicher Zusammenhang mit einem Trend in sozialen Medien gilt als ungeklärt. Bereits 2025 war in Mittelfranken ein zwei Zentimeter langer Nagel in einer Süßigkeit entdeckt worden, damals blieb der Fund ein Einzelfall.
Was sollten Eltern jetzt beachten?
Die Polizei Konstanz rät, verdächtige Süßigkeiten keinesfalls zu essen, sondern sie mit der Verpackung aufzubewahren und beim örtlichen Polizeirevier zu melden. Gefundene Metallgegenstände sollten nach Möglichkeit nicht selbst entfernt werden, damit Spuren erhalten bleiben.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder warnt, dass spitze oder scharfe Gegenstände beim Verschlucken schwere innere Verletzungen etwa an Speiseröhre, Magen oder Darm verursachen und schnell zu akuter Lebensgefahr führen können. In den meisten bisher gemeldeten Fällen wurden die Metallteile allerdings bemerkt, bevor Kinder die Süßigkeiten tatsächlich verzehrten.
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