Der Gaspreis für Neukunden ist seit dem Sommer 2026 spürbar gestiegen. Trotzdem bringt ein Anbieterwechsel laut Bundesnetzagentur weiterhin eine deutliche Ersparnis. Wer am Lohnzettel oder an der nächsten Gasrechnung sparen will, muss also vor allem eines tun: vergleichen.
Wer im November die Post öffnet und eine Preiserhöhung im Briefkasten findet, kennt das Gefühl: Der alte Vertrag war einmal günstig, jetzt zahlt man drauf. Genau in diesem Moment lohnt sich ein Blick auf Vergleichsportale, denn die Lücke zwischen bestehenden und neuen Verträgen ist laut Bundesnetzagentur größer geworden als noch vor einem Jahr.
Bundesnetzagentur meldet 455 Millionen Euro Ersparnis beim Gas
Im ersten Halbjahr 2026 wechselten rund 4,8 Millionen Haushalte ihren Strom- oder Gasanbieter, wie die Bundesnetzagentur berechnet hat. Rechnerisch ergab sich daraus eine jährliche Gesamtersparnis von 786 Millionen Euro. Allein beim Gas summierte sich der Vorteil auf 455 Millionen Euro, beim Strom auf 331 Millionen Euro.
Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 ist das beim Gas ein deutlicher Sprung: Damals lag die berechnete Ersparnis noch bei 285 Millionen Euro. Beim Strom lief es umgekehrt, dort sank die Gesamtersparnis von 454 auf 331 Millionen Euro, weil der Preisvorteil neuer Verträge von 3,46 auf 2,57 Cent pro Kilowattstunde schrumpfte.
Warum der Gaspreis für Neukunden seit Herbst wieder steigt
Der modellierte Gaspreis für Neukunden lag im ersten Halbjahr 2026 bei durchschnittlich 10,13 Cent pro Kilowattstunde. Im September 2026 waren es laut Bundesnetzagentur bereits 11,33 Cent, ein Anstieg von rund 12 %. Beim Strom fiel die Entwicklung mit einem Plus von rund 9 % auf 38,62 Cent etwas moderater aus.
Gleichzeitig wuchs beim Gas der Preisabstand zwischen bestehenden und neuen Verträgen von 1,32 auf 2,03 Cent pro Kilowattstunde. Wer seit Jahren beim selben Anbieter geblieben ist, zahlt also inzwischen deutlich mehr als jemand, der frisch abgeschlossen hat, auch wenn die Neukundenpreise selbst steigen.
Rechenbeispiel
Bei einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr, einem typischen Wert für ein Einfamilienhaus, ergibt sich aus dem Preisabstand von 2,03 Cent pro Kilowattstunde eine Ersparnis von rund 406 Euro im Jahr, wie die Bundesnetzagentur vorrechnet. Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden liegt der Vorteil mit knapp 90 Euro im Jahr deutlich niedriger.
Auch die Grundversorgung macht einen Unterschied: Am 1. April 2026 zahlten Haushalte in der Grundversorgung im Schnitt 41,23 Cent pro Kilowattstunde Strom, bei anderen Anbietern waren es 36,85 Cent. Beim Gas betrug der Unterschied zur Grundversorgung 1,15 Cent pro Kilowattstunde.
Der Haken: Nicht jeder Wechsel bringt noch die volle Ersparnis
Die Zahl der Stromwechsel ist bereits leicht zurückgegangen, von 3,8 auf 3,7 Millionen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025. Ein Grund dürfte der schrumpfende Preisvorteil sein: Wer jetzt noch wechselt, muss genauer vergleichen als vor einem Jahr, weil die Spanne zwischen den Anbietern enger geworden ist.
Beim Gas ist die Lage umgekehrt: Dort ist der Preisabstand gewachsen, und wer seinen Vertrag seit Längerem nicht geprüft hat, findet aktuell vergleichsweise viel Luft nach unten.
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