Wer dieser Tage auf den ersten Schnee hofft, muss sich gedulden: Der Polarwirbel hat sich in diesem Jahr zwar früher und kräftiger aufgebaut als in vielen anderen Jahren, ein baldiger Wintereinbruch in Deutschland und Österreich zeichnet sich deshalb aber noch nicht ab.
Der Polarwirbel ist jenes Windband in etwa 30 Kilometern Höhe über der Arktis, das die kalte Polarluft dort oben einhält. Je stabiler er bleibt, desto geringer ist die Chance, dass kalte Luft bis zu uns durchbricht.
Ab Mitte November 2026 werden in der Stratosphäre kräftige Westwinde erwartet. Das klingt zunächst nach Bewegung, bedeutet aber eher das Gegenteil von Chaos: Starke Westwinde in dieser Höhe halten den Wirbel zusammen, statt ihn zu stören. Ein Zusammenbruch des Polarwirbels wird derzeit von keinem meteorologischen Modell berechnet.
Warme Aussichten statt Kälteschub
Für alle, die schon den Schlitten aus dem Keller geholt haben, kommt jetzt der Dämpfer: Das europäische Wettermodell prognostiziert für Dezember 2026 deutlich zu warme Temperaturen. Insgesamt erwartet das Modell für den Winter 2026/2027 einen milden und nassen Verlauf mit Winden aus West bis Südwest – also eher Regenjacke als Winterjacke. Weiße Weihnachten im Flachland werden nach aktuellem Stand nicht erwartet.
Spekulationen über einen Eiswinter wie in den 1960er oder 1980er Jahren lassen sich nach den aktuellen Modellrechnungen von daswetter.com bislang nicht bestätigen.
Die Hintertür für Kälte bleibt offen
Ganz ausgeschlossen ist ein kräftiger Kälteeinbruch damit nicht. Eine plötzliche Stratosphärenerwärmung kann den Polarwirbel ins Taumeln bringen und Kälte weit nach Süden ziehen lassen – genau das Ereignis, das klassische Kälteperioden in Mitteleuropa auslöst. Solche Erwärmungen treten allerdings meist erst im Januar oder Februar auf, nicht im November oder Dezember.
Selbst wenn es dazu kommt, ist der Effekt am Boden keine Garantie: Nicht jede Stratosphärenerwärmung führt tatsächlich zu Kälte in Bodennähe. Ein einzelner Kälteeinbruch mit Schnee bis ins Flachland bleibt möglich, ein durchgehender Eiswinter über mehrere Monate gilt dagegen als unwahrscheinlich.
Was das für die kommenden Wochen heißt
Für Autofahrer, Pendler und alle, die auf den ersten Schnee warten, bedeutet das vor allem: abwarten. Weder Zeitpunkt noch Region noch Ausmaß eines möglichen Wintereinbruchs lassen sich derzeit seriös festlegen, solange die Modelle für Dezember 2026 weiterhin mildes und nasses Wetter zeigen.
Wer Winterreifen oder Streugut parat hat, verliert dadurch nichts – ein überraschender Kälteschub bleibt rein rechnerisch möglich, ein monatelanger Eiswinter nach aktuellem Stand nicht.
Nach einem verschneiten Wochenstart bleibt es in Österreich kalt: Tagsüber werden nur 4 bis 9 Grad erreicht, nachts sinken die Werte bis knapp über null.
In der Nacht zum 1. November 2026 tauchten in zehn deutschen Bundesländern sowie in Österreich Nadeln, Schrauben und Nägel in Süßigkeiten auf – die Polizei geht in den meisten Fällen von Absicht aus.
Ryanair hat im ersten Halbjahr trotz sechs Prozent mehr Passagieren weniger verdient – und bereitet seine Kunden schon jetzt auf deutlich teurere Tickets vor.