Der Equal Pay Day fällt in Kärnten heuer auf den 3. November. Bis zu diesem Tag arbeiten Frauen im Bundesland rechnerisch unbezahlt, weil sie im Schnitt 16,2 % weniger verdienen als Männer. Betroffen sind ganzjährig vollzeitbeschäftigte Frauen in Kärnten.
Die Zahl ist ein Landesdurchschnitt – wie groß die Lücke tatsächlich ist, hängt stark vom Bezirk ab. Zwischen Stadt und Land liegen dabei Welten.
Wie groß ist der Unterschied je nach Bezirk?
In der Stadt Klagenfurt beträgt der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen 10,9 %. Im Bezirk Spittal an der Drau liegt er bei 24,7 % – mehr als doppelt so hoch. Frauen in Spittal verdienen damit spürbar weniger als ihre Kolleginnen in der Landeshauptstadt.
Die Gründe dafür liegen in unterschiedlichen Karriereverläufen, in der Verteilung auf Branchen und Führungspositionen sowie in familiären Betreuungspflichten.
Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen übernehmen überwiegend Frauen, was sich auf berufliche Möglichkeiten und die Einkommensentwicklung auswirken kann. Wer deshalb in Teilzeit arbeitet, verdient nicht nur weniger, sondern bekommt später auch eine niedrigere Pension und bleibt finanziell abhängiger.
Was bedeuten die 16,2 Prozent konkret?
Die Lohnlücke lässt sich in Arbeitstagen ausdrücken: Um auf das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Mannes zu kommen, müsste eine Frau in Kärnten 59 Tage länger arbeiten. Gerechnet auf ein Jahr mit rund 365 Tagen entspricht das etwa jedem sechsten Arbeitstag, den Frauen zusätzlich bräuchten, um gleichzuziehen.
Im Bezirk Spittal an der Drau würde sich diese Rechnung noch deutlicher auswirken, weil die Lücke dort mit 24,7 % fast zweieinhalbmal so hoch ist wie in Klagenfurt mit 10,9 %. Je nach Wohnort in Kärnten bedeutet der Equal Pay Day für Frauen also eine sehr unterschiedlich lange unbezahlte Zeitspanne.
Was fordern die Kärntner Parteien?
Geschlechtsbezogene Diskriminierung beim Entgelt ist seit Jahrzehnten gesetzlich verboten – trotzdem bleibt die Lücke bestehen. Mehrere Parteien in Kärnten reagieren mit eigenen Forderungen.
Gerhard Köfer und Marina Koschat-Koreimann vom Team Kärnten drängen auf raschere Maßnahmen gegen die Einkommensunterschiede, etwa durch mehr Plätze in der Kinderbetreuung und zusätzliche mobile Pflegedienste.
Tina Angela Berger von der FPÖ pocht auf familienfreundlichere Rahmenbedingungen und darauf, dass Eltern und pflegende Angehörige selbst entscheiden können, wie sie Betreuung organisieren.
Die Grünen fordern laut Olga Voglauer die rasche Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie sowie leistbare Kinderbetreuung und eine gerechtere Verteilung unbezahlter Betreuungsarbeit.
Laut Olga Voglauer soll dadurch für Beschäftigte klarer werden, wie sich ihr Gehalt zusammensetzt und ob Frauen und Männer bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit tatsächlich dasselbe verdienen.
Ein Vater entdeckte die rund einen Zentimeter langen Nägel erst einen Tag nach dem Sammeln – ähnliche Fälle meldeten am selben Wochenende auch fünf deutsche Bundesländer.
Während die Politik über das Ende der abschlagsfreien Rente mit 63 streitet, verlangt der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks noch härtere Kürzungen für alle, die früher aufhören wollen.