Wer heute vorzeitig aussteigt, verliert dauerhaft bis zu 14,4 % seiner Rente. Dittrich lehnt Ausnahmen für sein eigenes Gewerk, das Dachdeckerhandwerk, ausdrücklich ab.
Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der Union und SPD bereits Ende August 2026 in Münster vereinbart hatten, die Empfehlungen der Alterssicherungskommission gebündelt umzusetzen. Ihren Bericht mit 33 Reformvorschlägen legte die Kommission am 23. Juni 2026 vor; darin regt sie unter anderem an, die abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte abzuschaffen und stattdessen eine Schutzrente ab 64 Jahren einzuführen.
Was fordert Dittrich konkret?
Dittrich verlangt höhere Abschläge beim vorzeitigen Renteneintritt für alle Branchen gleichermaßen. Pauschale Ausnahmen für körperlich belastende Berufe wie das Dachdeckerhandwerk hält er für den falschen Weg. Nach seiner Einschätzung muss die Gesellschaft insgesamt das effektive Rentenalter anheben.
Warum soll die Rente mit 63 fallen?
Die Kommission sieht vor, dass die Regelaltersgrenze von 2031 an in mehreren Schritten von 67 auf 67,5 Jahre angehoben wird. Dadurch verschiebt sich auch die bisherige „Rente mit 63“: Für den Jahrgang 1961 liegt der frühestmögliche abschlagsfreie Eintritt faktisch bereits bei 64 Jahren und sechs Monaten.
Wer 1964 oder später geboren ist, muss bis 65 Jahre warten, um die bisherige Regelung noch nutzen zu können. Die Altersgrenze für besonders langjährig Versicherte soll zudem zeitnah von 63 auf 64 Jahre steigen.
Wie gefragt die bisherige Regelung ist, zeigen die Nutzerzahlen. Im Jahr 2024 nutzten rund 269.000 Beschäftigte die Altersrente für besonders langjährig Versicherte, das entsprach 28,7 % aller neuen Altersrenten – 2021 waren es noch 31,3 %. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter lag 2025 bei 64,7 Jahren, 2005 hatten Frauen im Schnitt mit 63,2 Jahren und Männer mit 63,1 Jahren aufgehört zu arbeiten.
Rechenbeispiel
Wer heute vier Jahre vor der Regelaltersgrenze in Rente geht, zahlt für jeden der 48 vorgezogenen Monate 0,3 % Abschlag. Macht Dittrichs Forderung Schule und der Satz steigt, würde derselbe vorzeitige Ausstieg künftig teurer als bisher. Eine konkrete neue Prozentzahl nennt Dittrich bislang nicht.
Nicht alle Bundesländer tragen die Pläne der Kommission mit. Gegen die Abschaffung der abschlagsfreien Rente sprechen sich unter anderem Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Niedersachsen und das Saarland aus.