Laut FBI steckt die nordkoreanische Hackergruppe TraderTraitor hinter dem Angriff auf Binance, bei dem Kryptowerte im Gegenwert von über sechs Milliarden Dollar entwendet wurden. Die Angreifer tauschten die Beute nach FBI-Angaben überwiegend in die Kryptowährung Ether um. Die Börse Binance hatte Ein- und Auszahlungen nach dem Angriff zunächst ausgesetzt.
Wie das FBI den Hack aufklärte
Der Diebstahl ereignete sich am 29. Oktober 2026. Binance teilte den Angriff am Donnerstag darauf öffentlich mit. Die Behörde veröffentlichte eine Liste von etwa 500 Ethereum-Adressen, die ihren Angaben zufolge bei der Verschleierung der Beute genutzt wurden. Zusammen mit dem US Secret Service und der Steuerfahndung IRS-CI rief das FBI Unternehmen dazu auf, Transaktionen über diese Adressen zu unterbinden.
Die Analysefirma TRM Labs hatte TraderTraitor bereits vor der offiziellen FBI-Erklärung verdächtigt. Auch Chainalysis bestätigte die Zuordnung unabhängig und entdeckte ein Muster automatisierter Geldwäsche mit Tausenden einzelnen Überweisungen. US-Präsident Donald Trump erklärte am 30. Oktober 2026, die USA untersuchten eine mögliche Beteiligung Nordkoreas.
Die Verbindung zu Nordkorea
TraderTraitor gilt als Teil des Hackerverbunds Lazarus, dem Verbindungen zu Geheimdiensten Nordkoreas nachgesagt werden. Bekannt wurde Lazarus bereits im Jahr 2014 durch einen mutmaßlichen Angriff auf das Filmstudio Sony Pictures. Im September 2026 wird der Gruppe auch ein Hack bei der Kryptobörse Bitget zugeschrieben, bei dem Erlöse später mit den gestohlenen Binance-Werten vermischt wurden.
Anfang 2025 war bereits die Kryptobörse Bybit Ziel eines Angriffs mit einem Schaden von rund 1,5 Milliarden Dollar, der ebenfalls TraderTraitor zugeordnet wird.
Größter Fall seiner Art
Nach Einschätzung von TRM Labs bewegten die Angreifer den Großteil des Milliardenbetrags innerhalb von nur 20 Minuten. Gemessen an der Schadenssumme von umgerechnet rund 5,37 Milliarden Euro wäre der Binance-Hack damit der größte bekannte Angriff in der Geschichte der Kryptobörsen.
Binance will vollständig ausgleichen
Binance erklärt, die finanziellen Folgen des Diebstahls vollständig zu übernehmen. Zur Deckung nutzt das Unternehmen eigene Firmenmittel, den Notfallfonds Safu und Versicherungsrücklagen aus dem Futures-Geschäft. Binance kauft zudem weniger liquide Token nach, um die verbleibende Lücke zu schließen.
Nach eigenen Angaben konnte Binance zunächst rund vier Fünftel der Verluste decken, am 31. Oktober 2026 waren es 90 %, inzwischen gibt das Unternehmen den Ausgleich mit 95 % an. Zehn Kryptowährungen, darunter Bitcoin, Ether und XRP, sind laut Binance bereits vollständig gedeckt.
Die Börse wollte Auszahlungen ab Sonntag, dem 2. November 2026, schrittweise wieder freischalten und kündigte für Montag, den 3. November 2026, einen aktualisierten Nachweis über ihre Reserven an.