Die Arbeitslosigkeit in Österreich steigt weiter: Ende Oktober 2026 waren 389.941 Menschen arbeitslos gemeldet oder befanden sich in Schulungsmaßnahmen des AMS. Damit wächst die Arbeitslosigkeit bereits den 43. Monat in Folge.
Das sind 1.823 Personen mehr als im Oktober des Vorjahres, ein Anstieg um 0,5 %.
Frauen sind deutlich stärker betroffen als Männer
Bei Frauen stieg die Arbeitslosigkeit im Oktober 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,8 %. Bei Männern ging sie im selben Zeitraum dagegen um 2,6 % zurück. Die Schere zwischen den Geschlechtern öffnet sich damit weiter.
Der Grund liegt laut AMS-Vorständin Petra Draxl in der Branchenstruktur: In Bereichen mit höherem Frauenanteil wie Handel und Gesundheit steigt die Arbeitslosigkeit, während sie in Branchen mit höherem Männeranteil sinkt. Wer in einem frauendominierten Berufsfeld arbeitet, hat es demnach aktuell schwerer, einen neuen Job zu finden.
Petra Draxl: Der Aufschwung erreicht nicht alle Gruppen
Nach Einschätzung von AMS-Vorständin Petra Draxl kommt der leichte Konjunkturaufschwung nicht bei allen Gruppen am Arbeitsmarkt an. Sie verweist darauf, dass sich die positive Entwicklung bislang nur in einzelnen Branchen zeigt, nicht aber flächendeckend bei allen Erwerbslosen.
Draxl geht davon aus, dass der bisherige Konjunkturaufschwung nicht ausreicht, um die Gesamtarbeitslosigkeit in Österreich nachhaltig zu senken, auch wenn einzelne Wirtschaftszweige bereits wieder Personal suchen.
Was der Anstieg für Jobsuchende bedeutet
Für Jobsuchende zeigt sich damit ein geteilter Arbeitsmarkt: Wer aus einer männerdominierten Branche kommt, profitiert eher vom leichten Aufschwung. Wer dagegen in Handel oder Gesundheit arbeitet, muss sich laut Draxl weiterhin auf eine angespannte Lage einstellen.
Solange der Aufschwung laut AMS-Vorständin nicht alle Branchen erreicht, dürfte die Gesamtzahl der Arbeitslosen in Österreich nach aktuellem Stand vorerst nicht sinken.
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