Ab dem 1. Juli 2027 sollen Eltern in Österreich für ihre Kinder ein Zukunftsdepot eröffnen können, das mit einem Startbonus und Steuervorteilen ausgestattet ist. Wer dabei auf die Unterstützung der Großeltern setzt, muss genau hinsehen: Direkt einzahlen dürfen nur die gesetzlichen Vertreter des Kindes, in der Regel also die Eltern selbst.
Wer darf ins Zukunftsdepot einzahlen?
Nach dem Entwurf dürfen ausschließlich gesetzliche Vertreter des Kindes Geld auf das Zukunftsdepot einzahlen – also meist die Eltern. Großeltern, Tanten, Onkel oder Freunde können kein eigenes Konto anbinden und selbst Beträge überweisen. Pro Kind und Jahr ist ohnehin nur eine Einzahlung von höchstens 5.000 Euro vorgesehen, unabhängig davon, wer das Geld eigentlich aufbringt.
Wer als Großelternteil trotzdem mitsparen möchte, bleibt also auf den Umweg über die Eltern angewiesen: Das Geld muss erst an die Eltern fließen, bevor es ins Depot eingezahlt werden kann.
Was bringt der Startbonus, und wer bekommt ihn?
Kinder, die ab dem 1. Januar 2027 geboren werden und ihren Hauptwohnsitz in Österreich haben, erhalten einmalig 500 Euro Startbonus, finanziert aus dem Familienlastenausgleichsfonds. Voraussetzung ist die österreichische Staatsbürgerschaft oder eine Gleichstellung sowie ein rechtmäßiger Aufenthalt von 15 Jahren bis zum 18. Geburtstag. Wird bis zum dritten Geburtstag kein Depot eröffnet, landet der Bonus automatisch im Bundesschatz.
Kursgewinne bleiben bis zum 18. Geburtstag von der Kapitalertragsteuer befreit. Dividenden und Zinsen unterliegen jedoch weiterhin der regulären Kapitalertragsteuer von 27,5 %, das Zukunftsdepot ist in diesem Punkt kein Steuerfreibrief.
Erlaubt sind nur Fonds der Risikoklasse 1 bis 5 oder der Bundesschatz, mit höchstens 1 % laufenden Kosten pro Jahr.
Einzelaktien, Kryptowährungen und Hebelprodukte sind ausgeschlossen.
Solange das Kind minderjährig ist, fallen keine Konto- und Depotgebühren an.
Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter ist ohne steuerliche Nachteile möglich.
Rechenbeispiel: Was aus monatlichen Einzahlungen werden kann
Wie viel sich mit dem Zukunftsdepot ansparen lässt, hat Christoph Pramhofer, Kapitalmarktsprecher der NEOS, vorgerechnet: Werden über 18 Jahre monatlich 100 Euro eingezahlt und mit einer Rendite von 7 % veranlagt, kommen inklusive Startbonus rund 44.000 Euro zusammen. Die Rechnung zeigt, dass regelmäßige, kleinere Beträge über die lange Laufzeit stärker wirken als eine einzelne größere Einzahlung.
Wer als Großelternteil zu diesem Betrag beitragen will, kann das Geld den Eltern zukommen lassen, die es im Rahmen der jährlichen Höchstgrenze einzahlen. Eine eigene Spur im Depot hinterlässt der Großelternbeitrag dabei nicht.
Was Familien jetzt vorbereiten sollten
Der Start des Zukunftsdepots ist für den 1. Juli 2027 geplant, kann aber per Verordnung bis zum 1. Dezember 2027 verschoben werden, falls die technische Umsetzung nicht rechtzeitig steht. Vor der Eröffnung ist ein Beratungsgespräch vorgesehen; es kann durch eine standardisierte Information mit Kontaktmöglichkeit ersetzt werden. Bereits geborene Kinder unter 18 Jahren können ein Zukunftsdepot eröffnen, gehen beim Startbonus aber leer aus.
Wer den Gesetzesentwurf verfolgen will, findet ihn seit dem 30. Oktober 2026 in Begutachtung beim Bundeskanzleramt. Familien, die ab 2027 ein Kind erwarten oder bereits erwarten, sollten die endgültige Fassung des Gesetzes abwarten, bevor sie ihre Spargespräche mit den Großeltern führen.
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