Die Stadt Wien baut in Meidling rund um die Wolfganggasse das erste Low Traffic Grätzl des Landes. Bis Ende 2026 entstehen dort eine Fußgängerzone und mehrere verkehrsberuhigende Maßnahmen, die den Durchzugsverkehr stoppen sollen.
Was in der Wolfganggasse entsteht
Das Projektgebiet liegt zwischen Längenfeldgasse, Steinbauergasse, Siebertgasse und Arndtstraße. Ein Abschnitt der Wolfganggasse ab Hausnummer 14 bis zur Tichtelgasse wird zur Fußgängerzone umgebaut. An zwei Kreuzungen installiert die Stadt Diagonalfilter, die den Durchzugsverkehr unterbinden sollen.
Dafür nutzt die Stadt wiederverwendete Beton-Mistkübel von der Donauinsel, die als Pflanztröge und zugleich als Diagonalfilter dienen. Im Bereich Tichtelgasse/Malfattigasse entstehen zusätzliche Radbügel, und ein Hydrant wird mit einem Trinkaufsatz ausgestattet. Der Gartenverein Wolfganggasse hat im Gebiet bereits Beete angelegt und so schon vor dem offiziellen Baustart zur Aufenthaltsqualität beigetragen.
Woher das Konzept kommt
Das zugrunde liegende Maßnahmenkonzept heißt Tactical Urbanism und erlaubt der Stadt rasche und vergleichsweise kostengünstige Umgestaltungen im öffentlichen Raum, ohne aufwendige Bauprojekte.
Was das für Autofahrer bedeutet
Für Autofahrer heißt das konkret: Wo bisher durchgefahren werden konnte, blockieren die neuen Diagonalfilter die direkte Strecke. Wer die Wolfganggasse als Abkürzung durch Meidling nutzte, braucht künftig eine Alternativroute über die umliegenden Straßenzüge. Die Umgestaltung soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein, danach gilt die neue Verkehrsführung dauerhaft.
Wie es in anderen Bezirken weitergeht
Jeder Wiener Bezirk erhält 50.000 Euro Förderung, um ein eigenes Low-Traffic-Grätzl umzusetzen. Weitere Projekte sind bereits in Mariahilf, Rudolfsheim-Fünfhaus und Alsergrund in Planung, und sieben zusätzliche Bezirke haben ihr Interesse an der Umsetzung bekundet. Bis 2030 darf jeder Bezirk allerdings maximal ein solches Grätzl realisieren.
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