Der Autozulieferer Schaeffler streicht europaweit 3.460 Stellen. Mehrere deutsche Produktionsstandorte werden komplett geschlossen, ein weiterer Standort im europäischen Ausland kommt hinzu. Für Tausende Beschäftigte steht damit der Arbeitsplatz auf dem Spiel.
Schaeffler begründet den Schritt mit der anhaltenden Krise der europäischen Automobilindustrie. Insgesamt sind laut Unternehmen 16 Standorte in Europa von Anpassungen betroffen – vom kompletten Aus bis zu kleineren Strukturänderungen.
Welche Werke in Deutschland schließen?
Am härtesten trifft es Dortmund und Berlin: Beide Werke werden komplett geschlossen. In Morbach fällt der gesamte Standort weg, in Schwalbach wird die Produktion aufgegeben – ein Großteil der dortigen Beschäftigten soll stattdessen nach Frankfurt wechseln.
Dortmund: Schließung, 430 Beschäftigte betroffen.
Morbach: Schließung, 160 Beschäftigte betroffen.
Berlin: Schließung, 270 Beschäftigte betroffen.
Schwalbach: Standort fällt weg, rund 190 Beschäftigte wechseln nach Frankfurt.
Dazu kommen kleinere Einschnitte: Der Werkzeugbau am Standort Höchstadt wird eingestellt, im Sondermaschinenbau in Erlangen und Schweinfurt passt Schaeffler die Kapazitäten an. Auch in Herzogenaurach, Bühl, Nürnberg und Regensburg stehen Struktur- und Kapazitätsanpassungen an, ohne dass dort ganze Werke schließen.
Warum reagiert Schaeffler jetzt mit diesem Sparprogramm?
Schaeffler verweist auf eine schwache Nachfrage nach Komponenten für Verbrennungsmotoren und eine Elektrifizierung der Branche, die langsamer vorankommt als erwartet. Zusätzlich nennt das Unternehmen überdurchschnittlich hohe Personalkosten in Deutschland und eine aus seiner Sicht zu komplexe Organisationsstruktur im Land als Gründe.
Von den 3.460 gestrichenen Stellen entfällt etwa die Hälfte auf die Produktion, 30 % auf Forschung und Entwicklung und der Rest auf weitere Funktionsbereiche. Der Vorstand beschloss das Ergebnisverbesserungsprogramm, nachdem bereits im November 2024 ein erstes Strukturprogramm angelaufen war und Anfang Oktober 2026 rund 1.800 Altersteilzeitverträge abgeschlossen wurden. Schon 2024 und 2025 hatte Schaeffler mehrere Tausend Stellen gestrichen.
Was bedeutet das Sparprogramm für die Bilanz?
Dem stehen laut Unternehmen jährliche Ergebnisverbesserungen von 300 Millionen Euro ab 2030 gegenüber.
Schaeffler betont, die Maßnahmen möglichst sozialverträglich und im Dialog mit den Arbeitnehmervertretungen umsetzen zu wollen. Details zum Zeitplan der einzelnen Werksschließungen nennt das Unternehmen bislang nicht.
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