Die Stromrechnung in Klagenfurt wird 2027 günstiger: Die Energie Klagenfurt senkt ihr Netznutzungsentgelt um 5,8 %. Grundlage ist ein Verordnungsentwurf, den die E-Control Austria in Begutachtung geschickt hat.
Ein durchschnittlicher Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch spart dadurch rund 24 Euro im Jahr. Wer im Jänner 2027 seine Jahresabrechnung öffnet, sieht den Unterschied direkt auf dem Zähler: Die Grundgebühr für das Netz fällt niedriger aus als im Vorjahr, während die eigentliche Stromlieferung unverändert bleibt. Für viele Haushalte in Klagenfurt ist das die erste spürbare Entlastung bei den Netzkosten seit Jahren.
Warum Kärnten draufzahlt, während Klagenfurt spart
Ganz anders sieht es im übrigen Kärnten aus. Nach dem bisherigen Berechnungssystem der E-Control sollen die Stromnetzentgelte dort 2027 um 9,6 % steigen. Für einen Haushalt mit demselben Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden bedeutet das eine zusätzliche Belastung von rund 50,15 Euro pro Jahr.
Österreichweit sollen die Netzentgelte nach demselben System dagegen um 3,6 % sinken – Kärnten liegt damit deutlich über dem Bundestrend, während Klagenfurt als eigener Netzbereich davon abweicht.
Rechenbeispiel: Was ein Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden merkt
Die Differenz zwischen den beiden Kärntner Netzbereichen lässt sich an einem Beispielhaushalt zeigen: Zwischen den beiden Gruppen liegt ein Unterschied von knapp 74 Euro im Jahr – bei identischem Verbrauch, aber unterschiedlichem Netzgebiet.
Der Haken: Ein neues Berechnungssystem kommt noch dazu
Die E-Control hat die Tarife für 2027 nicht nur nach dem bisherigen System durchgerechnet, sondern parallel ein zweites, neues Modell vorgelegt. Darin fließt neben der verbrauchten Strommenge auch die gleichzeitig benötigte elektrische Leistung in die Kosten ein.
Nach diesem Leistungspreis-Modell sollen die Netzentgelte in Kärnten 2027 um 4,7 % steigen, in Klagenfurt dagegen um 3,2 % sinken – die Richtung bleibt also gleich, nur die Beträge fallen moderater aus.
Das neue System soll Anreize schaffen, große Verbraucher wie Wärmepumpen oder Elektroautos verstärkt dann zu nutzen, wenn das Netz weniger belastet ist. Die Netzbetreiber können zwischen Jänner 2027 und Juli 2028 freiwillig umstellen, spätestens ab Juli 2028 gilt der Leistungspreis verpflichtend für alle.
Was als Nächstes passiert
Die Begutachtungsfrist für die neuen Netzentgelte läuft noch bis zum 20. November 2026 . Die endgültigen Tarife für 2027 stehen damit noch nicht fest.
Haushalte in Klagenfurt und im restlichen Kärnten erfahren die endgültige Höhe ihrer Netzentgelte damit erst, wenn die E-Control nach Ende der Begutachtung die Verordnung fixiert.
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