Der Ölpreis fällt am Montag deutlich: Die Sorte Brent sackte im frühen Handel um rund drei Prozent auf etwa 110 US-Dollar je Barrel ab, nachdem am Freitag noch knapp 118 Dollar bezahlt wurden. Auslöser sind Berichte, wonach US-Präsident Donald Trump einer diplomatischen Lösung im Iran-Konflikt vor neuen Militärschlägen den Vorzug gibt.
Für Autofahrer und Haushalte mit Ölheizung ist der Rückgang ein möglicher Hoffnungsschimmer, auch wenn sich günstigeres Rohöl nicht sofort an der Zapfsäule oder beim Heizöltank bemerkbar macht.
Seit die USA und Israel Ende Februar 2026 gemeinsam Angriffe auf den Iran begannen, waren Öl- und Gaspreise stark gestiegen. Der Rückgang vom Wochenbeginn ist damit die erste größere Gegenbewegung seit Kriegsbeginn.
Warum fällt der Ölpreis gerade jetzt?
Katar vermittelt seit mittlerweile drei Tagen zwischen iranischen und katarischen Unterhändlern, die über einen Weg aus dem Krieg beraten.
Was bedeutet der Rückgang für Sprit- und Heizkosten?
Der Rohölpreis ist einer der wichtigsten Kostenfaktoren für Benzin, Diesel und Heizöl. Auch die US-Sorte WTI verlor am Montag 3,3 Prozent und notierte bei 100,69 US-Dollar je Barrel, nachdem zuvor die Furcht vor einer Eskalation des Krieges die Preise nach oben getrieben hatte. Wie schnell und wie stark ein günstigerer Rohölpreis an Tankstellen und bei Heizöllieferanten ankommt, hängt von Raffineriemargen, Wechselkursen und Steuern ab.
Die Nordseesorte Brent gab um 3,2 Prozent auf 109,75 US-Dollar je Barrel nach.
Die US-Sorte WTI verbilligte sich um 3,3 Prozent auf 100,69 US-Dollar je Barrel.
Die Opec+ beschloss am Wochenende, die Förderquoten im Dezember unverändert zu lassen.
Die Bank Goldman Sachs erwartet für den Dezember 2026 einen Brent-Preis von rund 105 US-Dollar je Barrel.
Wie geht es an den Ölmärkten weiter?
Die Entscheidung der Opec+, die Förderquoten im Dezember nicht zu verändern, hat wegen des andauernden Iran-Kriegs vor allem symbolische Bedeutung. Das Kartell hatte seine freiwilligen Förderkürzungen bereits im September 2026 zurückgenommen.
Goldman Sachs erhöhte zugleich seine durchschnittliche Preisprognose für Brent im Jahr 2027 von 80 auf 88 US-Dollar je Barrel. Als möglicher Wendepunkt gilt der 3. November 2026, der Tag der US-Zwischenwahlen: Sollten die Verhandlungen scheitern, hatte Trump mehrfach neue Angriffe auf den Iran nach dem Wahltermin in Aussicht gestellt.
Wer an der Tankstelle oder beim Heizöl auf günstigere Preise hofft, sollte die Entwicklung in den kommenden Tagen verfolgen. Je nach Ausgang der Gespräche in Doha und der US-Zwischenwahlen kann sich der Ölpreis rasch wieder drehen.
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