Der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) stellt sich gegen eine rasche Anhebung des Pensionsalters und verlangt zunächst mehr Beschäftigung für ältere Menschen. Nach Angaben des AMS stieg durch die schrittweise Anhebung des Frauenpensionsalters die Zahl arbeitsloser Frauen über 60 Jahren um 7.500. PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer sieht darin ein Warnsignal für eine künftige Pensionsreform.
Hintergrund der Wortmeldung ist die politische Debatte um ein höheres gesetzliches Pensionsalter in Österreich. Der PVÖ positioniert sich klar: Arbeitsplätze für Ältere müssten vor einer Anhebung des Pensionsalters geschaffen werden.
Warum warnt der Pensionistenverband vor der Pensionsalter-Debatte?
Gerstorfer fordert laut PVÖ, dass zunächst ausreichend Arbeitsplätze für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entstehen müssen, bevor über ein höheres gesetzliches Pensionsalter gesprochen wird. Sie warnt zudem davor, dass permanente Debatten über eine Anhebung das Vertrauen in das gesetzliche Pensionssystem beschädigen könnten.
Was zeigen die Zahlen zu älteren Frauen am Arbeitsmarkt?
Das AMS verzeichnet infolge der stufenweisen Erhöhung des Frauenpensionsalters zusätzlich etwa 58.000 beschäftigte Frauen über 60 Jahren. Für den PVÖ ist der gleichzeitige Anstieg der Arbeitslosigkeit in dieser Gruppe keine Randnotiz, sondern ein Beleg dafür, dass der Arbeitsmarkt für Ältere noch nicht ausreichend aufnahmefähig ist.
Wie soll das Bonus-Malus-Modell für Unternehmen funktionieren?
Gerstorfer will gemeinsam mit Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec und der Ökonomin Christine Mayrhuber ein Bonus-Malus-Modell beim Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) wissenschaftlich ausarbeiten lassen. Die zentralen Eckpunkte des geplanten Modells:
- Betriebe, die viele ältere Arbeitnehmer beschäftigen oder neu einstellen, sollen davon profitieren.
- Firmen mit einem spürbar geringeren Anteil älterer Beschäftigter sollen künftig mehr Verantwortung übernehmen müssen.
- Das Modell soll insgesamt aufkommensneutral gestaltet werden.
- Die konkrete Ausgestaltung soll das WIFO wissenschaftlich erarbeiten.
Ein Zeitplan für die Ausarbeitung oder konkrete Beträge für Bonus und Malus nennt der PVÖ bislang nicht. Auch eine Reaktion der Regierung auf den Vorschlag liegt derzeit nicht vor.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.