Siemens Energy stellt den Geschäftsbereich Transformation of Industry auf eigene Beine und bereitet dessen Verselbstständigung vor. Die Sparte erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 5,7 Milliarden Euro und steuerte damit rund 15 % zum Konzernumsatz bei. Statt das profitable Geschäft im Konzern zu halten, sucht Siemens Energy nun externe Investoren.
Die Entscheidung bringt 5,7 Milliarden Euro Umsatz ins Blickfeld
Im Mittelpunkt steht ein Geschäftsbereich, der nach eigenen Zahlen solide dasteht: Die operative Marge der Sparte lag 2025 bei 11 %, rund 17.000 Beschäftigte arbeiten dort. Siemens Energy will dennoch eine Mehrheitsbeteiligung zum Verkauf stellen und nur eine bedeutende Minderheitsbeteiligung behalten. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Umsatz der Sparte 2025: 5,7 Milliarden Euro, etwa 15 % des Konzernumsatzes
- Operative Marge: 11 %
- Rund 17.000 Beschäftigte betroffen
- Goldman Sachs soll den Verkaufsprozess begleiten
Die Ausgangslage: Dampfturbinen- und Industriegeschäft unter einem Dach
Transformation of Industry bündelt bei Siemens Energy unter anderem das Dampfturbinen- und Industriegeschäft. Damit handelt es sich um einen etablierten, umsatzstarken Bereich – kein Sanierungsfall, sondern ein Geschäft mit stabilen Margen. Genau das macht die Entscheidung bemerkenswert: Der Konzern trennt sich nicht von einem schwachen Glied, sondern von einem funktionierenden Teil seines Portfolios.
Ein Vergleich aus der jüngeren Konzerngeschichte zeigt, wohin solche Schritte führen können: Die Deutsche Bahn erzielte mit dem Verkauf ihrer Logistiktochter DB Schenker einen Milliardenbetrag. Profitable Bereiche müssen demnach nicht zwangsläufig im Konzern bleiben, wenn sie unter anderem Eigentum mehr Wert schaffen könnten.
Was gegen den Verkauf sprach
Ein naheliegender Einwand: Warum ein Geschäft abgeben, das Gewinn bringt? Die Antwort von Siemens Energy liegt in der Struktur selbst. Eine eigenständige Sparte kann eigene Investitionsentscheidungen treffen, eigenes Kapital aufnehmen und sich stärker auf ihren Markt konzentrieren, statt im Schatten der größeren Konzernstrategie zu stehen. Mit externen Mehrheitsinvestoren ließe sich zusätzliches Wachstumskapital holen, ohne dass Siemens Energy die Kontrolle vollständig abgibt – die geplante bedeutende Minderheitsbeteiligung soll genau das sichern.
Die Sparte weckt offenbar auch bei namhaften Private-Equity-Häusern Interesse. Wie der Börse Express berichtet, könnten unter anderem CVC Capital Partners, EQT, Bain Capital, Brookfield und KKR einen Einstieg erwägen. Eine Bestätigung dieser Namen durch Siemens Energy selbst liegt bislang nicht vor.
Wie Goldman Sachs den Prozess steuert
Mit der Durchführung des Verkaufsprozesses wurde die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt. Sie soll die Suche nach geeigneten Investoren organisieren und den Übergang zu einer teilweise eigenständigen Struktur begleiten. Auch Analysten beobachten die Entwicklung genau: JPMorgan beließ seine Einstufung bei Overweight und ein Kursziel von 245 Euro, Jefferies hielt an Buy mit 215 Euro fest, und Deutsche Bank Research stufte die Aktie ebenfalls mit Buy und einem Kursziel von 210 Euro ein. RBC korrigierte das Kursziel von 210 auf 200 Euro nach unten, bestätigte zugleich aber die Einstufung „Outperform“.
Die Aktie von Siemens Energy schloss zuletzt bei 149,28 Euro, nach einem Rückgang von 0,8 % gegenüber dem Vortag. Das 52-Wochen-Hoch lag im April bei 195,38 Euro, im Jahresverlauf steht dennoch ein Plus von 24 % zu Buche.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.