Gewaltprävention beginnt lange bevor ein Konflikt körperlich wird. Kinder müssen lernen, Grenzen wahrzunehmen, klar zu kommunizieren und in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Sportschulen DMA hat daraus ein Konzept entwickelt, das Kampfkunst mit Selbstbehauptung, Wertevermittlung und pädagogischen Elementen verbindet. Aus einem kleinen Standort entstand nach Angaben des Unternehmens innerhalb weniger Jahre ein Betrieb mit fünf Sportschulen und rund 2.000 Mitgliedern.
Gewaltprävention für Kinder als Gründungsidee
Enrico Rosenthal kam bei einem Jubiläumsevent der EWTO in Hockenheim mit dem Thema Gewaltprävention in Berührung. Dort lernte er bei Roy Shirdewahn das Konzept „Sicherheit nach Noten“ kennen. Anschließend absolvierte Rosenthal selbst eine entsprechende Ausbildung und begann, Präventionskurse an Schulen anzubieten. Die Nachfrage ging nach seinen Angaben schnell über einzelne Workshops hinaus. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Denis Scherer eröffnete er Anfang 2020 die erste Sportschule DMA. Rund 30 Mitglieder sollten zunächst ausreichen, um die Miete zu decken. Laut Rosenthal war diese Zahl bereits nach vier Wochen erreicht. Dann kam der Lockdown. Das Training wurde kurzfristig auf digitale Kurse umgestellt, und die Mitgliederzahl stieg nach seinen Angaben während der Pandemie auf rund 130.
Mobbingprävention: Sprache vor Selbstverteidigung
Im Kindertraining steht nicht zuerst die körperliche Technik im Mittelpunkt. Wichtiger sind Wahrnehmung, Kommunikation und klare Grenzen. Kinder lernen, unangenehme Situationen früh zu erkennen, deutlich Nein zu sagen und mit Provokationen oder Ausgrenzung umzugehen. Erst danach kommen Elemente der Selbstverteidigung hinzu. Sportschulen DMA verbindet dafür Selbstbehauptung, Wertevermittlung und Kampfkunst. Rosenthal ist unter anderem geprüfter Aus- und Weiterbildungspädagoge IHK sowie Fachtrainer für Gewaltprävention.
Resilienztraining für Kinder in der Praxis
Wie sich das Training auswirken kann, zeigt das Beispiel eines früheren Teilnehmers. Ben kam laut Rosenthal aufgrund negativer Erfahrungen auf dem Schulhof zur Sportschule. Heute unterstützt er als Assistenztrainer jüngere Kinder und hilft bei Konflikten innerhalb der Gruppe. Für Rosenthal zeigt dieser Werdegang, worum es beim Training gehen soll: nicht um Härte, sondern um Selbstbehauptung, Verantwortungsbewusstsein und einen sicheren Umgang mit Konflikten.
Kampfkunst mit Pädagogik als Geschäftsmodell
Eine zentrale unternehmerische Herausforderung war laut Rosenthal die Preisgestaltung. Private Sportschulen werden häufig mit gemeinnützigen Vereinen verglichen, obwohl die wirtschaftlichen Strukturen unterschiedlich sind. Fest angestellte Trainer, gewerbliche Räume, Verwaltung und Weiterbildungen müssen finanziert werden. Für Sportschulen DMA bedeutete das, nicht nur ein Angebot zu schaffen, sondern dessen konkreten Nutzen für Eltern verständlich zu vermitteln. Die Positionierung liegt deshalb in der Verbindung mehrerer Elemente: Bewegung, Selbstbehauptung, Gewaltprävention und langfristige Begleitung. Genau diese Kombination soll das Angebot von klassischem Vereinssport unterscheiden.
Selbstbehauptung für Kinder als Wachstumstreiber
Nach Angaben des Unternehmens trainieren heute rund 2.000 Mitglieder an fünf Standorten. Neben Kinder- und Jugendkursen gibt es Angebote für Erwachsene sowie Präventionsformate. Sportschulen DMA arbeitet außerdem nach eigenen Angaben mit Kitas, Schulen, Unternehmen und Behörden zusammen. Damit reicht das Geschäftsmodell über die eigenen Trainingsflächen hinaus. Langfristig soll das Unternehmen weiter wachsen. Rosenthal plant zunächst mindestens eine zusätzliche Sportschule pro Jahr. Voraussetzung dafür ist vor allem, eigene Trainer auszubilden und Strukturen zu schaffen, die auch ohne seine tägliche Präsenz funktionieren. Die Entwicklung zeigt, wie aus einem lokalen Präventionsangebot ein wachsendes Unternehmen entstehen kann: durch eine klare Zielgruppe, eine erkennbare Positionierung und die Verbindung von fachlicher Qualität mit tragfähigen wirtschaftlichen Strukturen.
Weitere Informationen zu Kursen, Standorten und Präventionsangeboten finden Interessierte unter www.sportschulen-dma.de.
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