Der Bundestag hat am 15. Oktober 2026 das Dritte Gesetz zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes beschlossen. Damit bewegt sich der CO2-Preis für Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel auch 2027 weiter im bestehenden Korridor, eine weitere Anhebung bleibt aus.
In namentlicher Abstimmung votierten 303 Abgeordnete dafür, 210 dagegen, 52 enthielten sich. Der CO2-Preis bleibt damit 2027 zwischen 55 und 65 Euro je Tonne.
Für Autofahrer bedeutet das eine moderate Erhöhung des Dieselpreises und des Benzinpreises. Bei 65 Euro je Tonne liegt der CO2-Aufschlag auf Diesel gegenüber 2025 bei 3,2 Cent je Liter, bei Benzin bei 2,8 Cent je Liter.
Der Beschluss
Bereits seit 2021 legt das Brennstoffemissionshandelsgesetz die Grundlage für den nationalen CO2-Preis in den Bereichen Wärme und Verkehr. Seit dem 1. Juli 2026 werden die CO2-Zertifikate an der Energiebörse EEX in Leipzig versteigert statt zu einem Festpreis ausgegeben.
Der Umweltausschuss beziffert den durchschnittlichen CO2-Preis aus Versteigerungen und Verkäufen 2026 auf knapp über 66 Euro je Tonne. Mit dem neuen Gesetz bleibt der CO2-Anteil an Heiz- und Spritkosten 2027 voraussichtlich auf dem Niveau von 2026.
Was es kostet
Wer im Jahr 1.000 Liter Diesel tankt, zahlt bei 65 Euro je Tonne CO2 rund 32 Euro mehr als 2025. Bei derselben Menge Benzin sind es rund 28 Euro mehr. Die Erhöhung des Dieselpreises durch den CO2-Preis fällt damit deutlich geringer aus, als ein sprunghafter Preisanstieg vermuten ließe. Für Vielfahrer mit größeren Tankmengen addieren sich die Beträge entsprechend.
Heizkosten auch betroffen
Auch Hausbesitzer spüren den CO2-Preis. Nach Berechnungen der Verbraucherzentrale kommen auf ein älteres Einfamilienhaus mit Gasheizung und einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden CO2-bedingte Mehrkosten von rund 260 bis 310 Euro im Jahr zu. Bei einem Haus mit Ölheizung und rund 2.000 Litern Jahresverbrauch liegen die CO2-Kosten zwischen 350 und 410 Euro.
Mieter und Vermieter
Seit 2023 regelt das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz, wie die CO2-Kosten bei Öl- und Gasheizungen zwischen Mieter und Vermieter verteilt werden. Bei Gebäuden mit einem CO2-Ausstoß unter 12 Kilogramm pro Quadratmeter im Jahr trägt der Mieter die Kosten vollständig.
Liegt der Ausstoß bei 52 Kilogramm pro Quadratmeter im Jahr, übernimmt der Vermieter 95 % der CO2-Kosten. Für die Abrechnung 2026 gilt dabei der Mittelwert des CO2-Preiskorridors von 60 Euro je Tonne.
Mehr Zertifikate 2027
Die Versteigerungsmenge für CO2-Zertifikate steigt 2027 auf rund 234 Millionen Stück, wie der Umweltausschuss mitteilt. Das größere Angebot soll dazu beitragen, den Preis im festgelegten Korridor zu halten.
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