Die Festgeldzinsen haben im Oktober 2026 den höchsten Stand seit 14 Jahren erreicht. Zehnjähriges Festgeld brachte durchschnittlich 3,22 % Rendite, zuletzt gab es diesen Wert im Juni 2012. Auch kürzere Laufzeiten und Tagesgeld-Angebote für Neukunden ziehen spürbar an.
Höchster Stand seit 2012
Zweijähriges Festgeld lag im Oktober 2026 bei durchschnittlich 2,76 % Zinsen. Seit Anfang September 2026 stiegen die Zinsen für zehnjähriges Festgeld um 0,25 Prozentpunkte, bei zweijährigem Festgeld waren es 0,21 Prozentpunkte. Tagesgeld für Bestandskunden legte im selben Zeitraum nur um 0,12 Prozentpunkte auf durchschnittlich 1,52 % zu.
Beste Angebote im Vergleich
Unter deutschen Banken zahlte die Badenia Bausparkasse mit 3,96 % den höchsten Zins für zehnjähriges Festgeld. Die niederländische Achmea Bank bot mit 4,25 % sogar noch mehr. Bei befristeten Neukundenangeboten für Tagesgeld lagen die Zinsen zeitweise deutlich höher als bei klassischem Festgeld.
Im Oktober 2026 boten acht Banken einen Tagesgeld-Neukundenzins von vier Prozent oder mehr an, Anfang September 2026 waren es erst zwei. Die DKB beendete ihre Aktion mit vier Prozent Neukundenzins am 20. Oktober 2026.
Warum die Zinsen steigen
Die Europäische Zentralbank erhöhte die Leitzinsen im Jahr 2026 bereits zweimal.
Laut Maier benötigen Banken Spareinlagen verstärkt als Finanzierungsquelle, weil sie sich Mittel am Kapitalmarkt nur zu hohen Renditen beschaffen können. Von 816 erfassten Banken und Sparkassen erhöhten demnach 283 ihre Tagesgeld-Bestandskundenzinsen seit der ersten EZB-Erhöhung im Juni 2026, davon 197 erst nach der zweiten Erhöhung im September.
Rechenbeispiel
Bei 10.000 Euro Anlage über zehn Jahre zu durchschnittlich 3,22 % Zinsen kommen rechnerisch 3.220 Euro Zinsertrag zusammen, macht am Ende 13.220 Euro. Wer dagegen nur Bestandskunden-Tagesgeld zu 1,52 % hält, bekommt bei gleichem Betrag jährlich 152 Euro, bei einem Neukundenangebot mit 4,5 % wären es 450 Euro im Jahr – ein Unterschied von 298 Euro pro Jahr allein durch den Wechsel.
Die Mineralölsteuer sinkt um 6,7 Cent pro Liter, die Margen der Mineralölwirtschaft werden zusätzlich begrenzt – zusammen ergibt das zwölf Cent Entlastung pro Liter.