Kunden in mehreren Ländern spürten die Folgen wochenlang beim Online-Einkauf.
Wochenlange Störung
Der Cyberangriff wurde Mitte Oktober 2026 öffentlich bekannt. Daraufhin nahm der Konzern mehrere Systeme vom Netz, um die Angreifer auszusperren und den Schaden einzudämmen. Betroffen waren die Online-Bestellfunktionen in den Benelux-Ländern und in den USA sowie Teile der Lieferkettenprozesse in Benelux. Die Abschaltung war offenbar nötig, zog aber zugleich den eigentlichen Umsatzausfall nach sich, mit dem der Konzern nun rechnet.
Leere Regale, leere Warenkörbe
Wer in den betroffenen Ländern online bestellen wollte, bekam für mehrere Tage keine Lieferung. In einigen Filialen fielen die Lagerbestände spürbar geringer aus als sonst, weil die Nachschubprozesse ins Stocken gerieten. Für Haushalte, die sich auf den Lieferdienst verlassen, bedeutete das kurzfristiges Umplanen des Wocheneinkaufs, auch wenn die Läden selbst weiterliefen.
Die Entscheidung des Konzernchefs
Laut Muller soll sich die bereinigte operative Marge im laufenden Jahr der Marke von 4 % annähern.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll demnach nur noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen, und auch der Barmittelzufluss fällt laut Muller geringer aus als zuvor geplant. Damit zieht der Konzernchef die Konsequenz aus Wochen, in denen Teile des Geschäfts praktisch stillstanden.
Rechenbeispiel
Im dritten Quartal 2026 erzielte Ahold Delhaize einen Erlös von 23,1 Milliarden Euro, ein Plus von 2,6 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Der erwartete Umsatzausfall von 200 Millionen Euro entspricht damit knapp 0,9 % dieses Quartalsumsatzes.
Die operative Belastung durch den Angriff wird auf 75 Millionen Euro geschätzt, das entspricht etwa einem Zwölftel des bereinigten operativen Ergebnisses von 946 Millionen Euro, das der Konzern im dritten Quartal erwirtschaftete. Rechnet man beide Zahlen zusammen, zeigt sich: Der Angriff kostet den Konzern mehr, als sein gesamtes operatives Ergebnis eines durchschnittlichen Monats einbringt.
Was im Zahlenwerk auffällt
Trotz der Belastung blieb das operative Geschäft im dritten Quartal 2026 im Plus: Das bereinigte operative Ergebnis stieg um 1,3 % gegenüber dem Vorjahr. Die Zahlen des Sommerquartals stammen noch aus der Zeit vor dem Vorfall Mitte Oktober, die eigentlichen Folgen schlagen sich erst in den kommenden Quartalsberichten nieder.
Für das Gesamtjahr bleibt damit die von Frans Muller genannte Spanne von 4 % operativer Marge die zentrale Zahl, an der sich die Wirkung des Angriffs ablesen lässt.
Mehr als 1.000 Unfälle im Jahr gehen auf Ablenkung durch Handys zurück – deshalb sollen Kameras an Autobahnbrücken künftig bundesweit nach Fahrern mit Smartphone in der Hand fahnden.
Der Ministerrat hat die gesetzliche Grundlage beschlossen: Apotheken sollen ab Anfang 2027 erste Impfungen verabreichen dürfen – Grippe- und Corona-Impfstoff gibt es dort vorerst nicht.