Bleibt Niederschlag aus, sichern Skigebiete im Alpenraum ihre Pisten zunehmend mit technischer Beschneiung. Laut Fachportal Freeskiers kostet ein Kubikmeter erzeugter Schnee zwischen drei und fünf Euro, eingerechnet sind Abschreibung, Energie- und Personalkosten. Die Anlagen arbeiten unabhängig von Naturschnee, solange die Lufttemperatur niedrig genug ist.
Nach Angaben der Fellhornbahn GmbH funktioniert technische Beschneiung ab einer Lufttemperatur von unter minus 3 Grad Celsius wirtschaftlich, einzelne Anlagen produzieren bereits ab minus 2 Grad Celsius Schnee aus Quellwasser und Umgebungsluft. Damit lässt sich die Pistenpräparierung zeitlich weitgehend unabhängig von der Niederschlagslage planen.
Wie viel Wasser und Strom eine beschneite Piste braucht
Für eine beschneite Fläche von einem Hektar mit 25 Zentimetern Schneehöhe sind rund eine Million Liter Wasser nötig. Aus etwa 1.000 Litern Wasser entstehen dabei rund 2,5 Kubikmeter Schnee. Im gesamten Alpenraum sind demnach etwa 24.000 Hektar Pisten beschneit, der Wasserverbrauch dafür entspricht etwa dem Jahresverbrauch einer Großstadt mit 1,5 Millionen Einwohnern.
Auch der Energiebedarf ist beachtlich: Pro beschneitem Hektar fallen rund 25.426 Kilowattstunden an, der Gesamtverbrauch für Beschneiung im Alpenraum liegt bei etwa 600 Gigawattstunden Strom jährlich. Das entspricht dem Jahresverbrauch von rund 130.000 Vier-Personen-Haushalten.
Was eine einzelne Anlage im Vergleich verbraucht
Am Beispiel einer Anlage der Fellhornbahn GmbH lässt sich der Verbrauch konkret nachvollziehen: Die Beispielanlage benötigt eine elektrische Leistung von knapp 900 Kilowatt und kommt im Jahr auf etwa 200.000 bis 220.000 Kilowattstunden Energie. Das entspricht laut Betreiber dem Verbrauch von sechs Einfamilienhäusern oder einer mittleren Pension. Die Schneizeiten liegen bei etwa 300 bis 400 Stunden pro Jahr.
Der Strom für die Anlage stammt aus einem eigenen Flüssiggas-Blockheizkraftwerk, das die Abwärme vollständig nutzt. Laut Betreiber werden dadurch gegenüber normaler Stromerzeugung rund 38 % Schadstoffemissionen eingespart.
Was die Erstellung einer beschneiten Piste kostet
Für 100 Meter beschneite Piste muss laut Fellhornbahn GmbH mit Erstellungskosten von 60.000 bis 80.000 Euro gerechnet werden.
Laut einem WWF-Österreich-Bericht von 2004 verfügten mehr als 90 % der großen Skigebiete im Alpenraum über Beschneiungsanlagen.
In Südtirol werden zwischen 70 und 80 % der Pisten beschneit.
Wie Maschinenschnee sich von Naturschnee unterscheidet
Maschinenschneeflocken sind etwa 30 bis 350 Mikrometer groß und damit rund ein Drittel kleiner als Naturschnee. Dafür kann Maschinenschnee bis zu fünfmal so dicht sein. Weltweit gibt es laut Fellhornbahn GmbH über 1.500 Schneeanlagen, davon rund 500 in Europa. Die erste europäische Großschneeanlage entstand demnach in Savognin in der Schweiz.
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